Ehegattensplitting: Wer wirklich von der 25-Milliarden-Steuerersparnis profitiert
Claire MühleEhegattensplitting: Wer wirklich von der 25-Milliarden-Steuerersparnis profitiert
Deutschlands Ehegattensplitting spart Steuerzahlern jährlich rund 25 Milliarden Euro – doch nicht alle profitieren gleich
Die steuerliche Zusammenveranlagung für verheiratete Paare, bekannt als Ehegattensplitting, entlastet Millionen Haushalte – allerdings in sehr unterschiedlichem Maße. Aktuelle Zahlen zeigen, wie sich die Steuerersparnisse auf verschiedene Familientypen verteilen.
Von den jährlichen 25 Milliarden Euro Entlastung fließen 63 Prozent an Haushalte, in denen beide Partner ein Einkommen beziehen. Zu dieser Gruppe zählen 11,3 Millionen Familien. Die verbleibenden 37 Prozent kommen Haushalten mit nur einem Verdienst zugute, von denen es 2,2 Millionen gibt.
Innerhalb dieser Ersparnisse kommen 67 Prozent – etwa 16,75 Milliarden Euro – Eltern mit "steuerrelevanten Kindern" zugute, also Minderjährigen oder jungen Erwachsenen in Ausbildung oder Studium. Weitere 33 Prozent entfallen auf Eltern, deren Kinder bereits erwachsen sind und keine Ausbildung mehr absolvieren. Kinderlose Ehepaare erhalten dagegen nur etwa 9 Prozent der gesamten Steuervergünstigung, was rund 2,2 Milliarden Euro entspricht.
Eine mögliche Reform des Systems würde vor allem Einverdiener-Haushalte hart treffen. Diese Familien sind stärker auf den steuerlichen Vorteil angewiesen als Doppelverdiener.
Das aktuelle Modell begünstigt besonders Familien mit Kindern, insbesondere wenn diese noch in der Ausbildung sind. Da 90 Prozent der kindbezogenen Steuerersparnisse an verheiratete Paare gehen, könnten Änderungen die finanzielle Belastung deutlich verschieben. Die Verteilung der Vorteile ist in den letzten Jahren unverändert geblieben, da seit 2019 keine aktualisierten Daten vorliegen.






