"Ende Gelände" blockiert Kraftwerke und Stahlwerke im Ruhrgebiet mit tausendfachem Protest
Christina Sorgatz"Ende Gelände" blockiert Kraftwerke und Stahlwerke im Ruhrgebiet mit tausendfachem Protest
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben im Ruhrgebiet an mehreren Orten protestiert. Die Demonstrationen richteten sich gegen fossile Infrastruktur, darunter Kraftwerke, ein Stahlwerk und einen Rohrhersteller. Nach Angaben der Organisator:innen beteiligten sich rund 1.500 Menschen an den koordinierten Aktionen am Freitag.
In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, das einen weiteren Gaskessel in Betrieb nehmen will. Unterdessen zogen in Hamm Demonstrant:innen mit einem Transparent zum Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde. Eine weitere Gruppe besetzte in Mülheim an der Ruhr die Werksgleise von Europipe, dem größten Rohrhersteller Europas.
Am Friedrich-Wilhelms-Hütte-Stahlwerk, das zum Rüstungskonzern KNDS gehört, störten etwa 200 Aktivist:innen den Schichtwechsel. Sie kritisierten, dass das Unternehmen statt Komponenten für erneuerbare Energien Panzerstahl produziere. Die Bundesregierung verhandelt derzeit über eine Beteiligung an KNDS.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zuvor ein von der Polizei verhängtes Verbot für eine geplante Demonstration am Samstag am Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt. Trotzdem kündigten die Organisator:innen an, die Proteste durchzuführen – möglicherweise mit einer verlegten Auftaktkundgebung in der Nähe von Hamm. Gegen das Gerichtsurteil legten sie Beschwerde ein.
Für Samstag wird eine Großdemonstration erwartet, unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact. Auch die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg will teilnehmen; es werden tausende weitere Protestierende erwartet.
Die Aktionen richten sich gegen den Ausbau fossiler Gase und die militärisch-industrielle Produktion in der Region. Trotz rechtlicher Rückschläge zeigen sich die Organisator:innen entschlossen, ihre Proteste fortzusetzen. Weitere Demonstrationen sind für das Wochenende geplant, mit großen Teilnehmerzahlen.






