Energiekrise verschärft sich: Spritpreise explodieren und Millionen droht Hunger
Stefan TrubinEnergiekrise verschärft sich: Spritpreise explodieren und Millionen droht Hunger
Die globale Energiekrise verschärft sich weiter und treibt die Spritpreise in die Höhe, während die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen bedroht ist. Eine aktuelle Warnung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) deutet darauf hin, dass bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger betroffen sein könnten, sollte sich die Lage über die Jahresmitte hinaus zuspitzen. Gleichzeitig verzeichnen Energiekonzerne Rekordgewinne, während Haushalte und Unternehmen mit steigenden Kosten kämpfen.
Die Krise löst weltweit Besorgnis aus. In Deutschland fühlen sich mittlerweile fast 80 Prozent der Bevölkerung durch die Abhängigkeit ihres Landes von fossilen Brennstoffimporten bedroht. Die von der Regierung nach Russlands Angriff auf die Ukraine eingeführte Übergewinnsteuer für Energieunternehmen hat bisher rund 2,5 Milliarden Euro eingebracht. Dennoch wird kritisiert, dass Ölkonzerne nach wie vor überproportional profitieren – allein der Nettogewinn von BP verdoppelte sich im frühen Jahr 2023 auf 2,7 Milliarden Euro.
Die explodierenden Spritpreise belasten den Alltag schwer. Pendler, Studierende und Familien, die kranke Angehörige besuchen, müssen tief in die Tasche greifen. In Nigeria haben die Preissprünge die Kosten für Düngemittel, Transport und Grundnahrungsmittel in die Höhe getrieben. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Alternativen: Chinas Export von Solarmodulen verdoppelte sich im März 2023 im Vergleich zum Vormonat.
Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), macht für die Krise unter anderem die Politik unter Donald Trump und Benjamin Netanyahu mitverantwortlich. Als Reaktion treibt Südkoreas Präsident den Ausbau der Netzinfrastruktur voran und startet ein "Solar-Einkommens"-Programm, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Anzeichen für eine Entspannung der Energiekrise gibt es nicht. Die anhaltenden Preiserhöhungen für Kraftstoffe erschweren den Alltag, und die Nahrungsmittelversorgung steht auf dem Spiel. Während einige Regierungen Schritte in Richtung erneuerbarer Energien unternehmen, bleibt die Kluft zwischen Unternehmensgewinnen und der Not der Bevölkerung eklatant. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein werden – oder ob Lösungen die Belastungen lindern können.






