20 June 2026, 20:23

EU-Digitale Identitätswallet: Revolution oder Risiko für Datenschutz?

Identifizieren, überwachen, kontrollieren: Die EU plant die digitale Identität

EU-Digitale Identitätswallet: Revolution oder Risiko für Datenschutz?

Die Europäische Union entwickelt ein neues digitales Identitätssystem, um die Online- und Offline-Verifizierung zu vereinfachen. Die EU-Digitalen Identitätswallet soll Bürgern ermöglichen, ihre Identität sicher nachzuweisen und gleichzeitig persönliche Daten selbst zu verwalten. Der Start ist für Januar 2027 geplant, erste Testläufe laufen bereits.

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Die Wallet baut auf dem bestehenden deutschen elektronischen Identitätssystem auf. Sie wird Kommunen, regionale Behörden und Bundesbehörden vernetzen, um ein einheitliches Verifizierungsverfahren zu schaffen. Nutzer behalten die Kontrolle über ihre Daten – etwa beim Zugang zu Dienstleistungen oder beim Altersnachweis auf Erwachsenen-Websites.

Eine Altersverifikations-App soll an die Wallet angebunden werden, um den Zugang zu bestimmten Online-Inhalten einzuschränken. Kurz nach der Vorstellung durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gelang es Sicherheitsexperten jedoch, eine erste Version der App zu knacken.

Datenschützer warnen vor den Risiken von Massenüberwachung und Repression. Zwar setzt die EU auf starke Verschlüsselung für die Wallet, erwägt aber auch Maßnahmen wie Client-Side-Scanning, die den Schutz der Privatsphäre untergraben könnten.

Die Nutzung der EU-Digitalen Identitätswallet bleibt für Bürger freiwillig. Sie verspricht eine sichere Methode, um Identitäten zu bestätigen und Dokumente europaweit zu verwalten. Ob sie 2027 eingeführt wird, hängt davon ab, ob die von Experten und Aktivisten geäußerten Sicherheits- und Datenschutzbedenken ausgeräumt werden können.

Quelle