26 June 2026, 12:25

Experten fordern: Natürliche Infrastruktur soll rechtlich wie Straßen geschützt werden

Natur schützen als kritische Infrastruktur

Experten fordern: Natürliche Infrastruktur soll rechtlich wie Straßen geschützt werden

Ein Expertengremium, das die deutsche Bundesregierung berät, fordert die rechtliche Anerkennung natürlicher Infrastruktur als kritische Infrastruktur. Diese Änderung würde Ökosysteme wie Wälder, Seen und Moore besser vor Eingriffen wie dem Autobahnbau schützen. Ziel des Vorschlags ist es, diesen Gebieten denselben rechtlichen Schutz zu gewähren wie klassischer Infrastruktur wie Straßen oder Energienetzen.

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Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Systeme wie Schienennetze, Stromversorgungsnetze und Lieferketten. Das Bundesinnenministerium stuft diese als lebenswichtig für die Gesellschaft ein, da ihr Ausfall schwere Störungen verursachen kann. Das Gremium argumentiert jedoch, dass auch Ökosysteme als lebenserhaltende Grundlagen dienen – etwa als Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremereignisse.

Der Bericht empfiehlt eine bundesweite Erfassung wichtiger Naturräume. Zudem werden Frühwarnsysteme gefordert, um schleichende Ökosystemschäden zu überwachen. Um den Schutz zu stärken, schlagen die Autoren vor, Umweltrisikobewusstsein in die militärische Ausbildung zu integrieren und das Thema zur Priorität für den Nationalen Sicherheitsrat zu machen.

Die Finanzierung dieser Maßnahmen soll aus öffentlichen und privaten Quellen stammen. Immer mehr Unternehmen erkennen Klimarisiken und investieren freiwillig in Schutzmaßnahmen. Der Bericht betont zudem, dass Entwicklungsprogramme lokal geführte Ökosystemschutzprojekte fördern sollten – als Vorbild wird die Coral Triangle Initiative genannt. Darüber hinaus rät der Rat zu einem globalen Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft, um Emissionen zu senken, die Gesundheit zu verbessern und die Energieunabhängigkeit zu stärken.

Die Empfehlungen des Gremiums würden den rechtlichen Schutz natürlicher Infrastruktur ausweiten. Dadurch ließe sich verhindern, dass Großprojekte Ökosysteme zerstören, und sichergestellt werden, dass sie als unverzichtbarer Bestandteil des Zivilschutzes behandelt werden. Der Vorschlag zielt zudem darauf ab, wirtschaftliche Vorteile, Gesundheitsaspekte und Souveränitätsinteressen mit dem Umweltschutz in Einklang zu bringen.

Quelle