Friedrichstraße wird zur autofreien Fußgängerzone – doch die Zukunft bleibt umstritten
Claire MühleFriedrichstraße wird zur autofreien Fußgängerzone – doch die Zukunft bleibt umstritten
Friedrichstraße in Berlin-Mitte ist seit Montag offizielle Fußgängerzone
Die Umwandlung markiert einen tiefgreifenden Wandel für die zentrale Straße, doch die Debatten über ihre künftige Gestaltung gehen weiter. Architekten und Stadtplaner haben bereits ambitionierte Vorschläge für die Neugestaltung des Bereichs vorgelegt.
Das Büro Christoph Kohl Stadtplaner Architekten (CKSA) schlägt ein radikales Redesign vor, das auf Eleganz und Repräsentation setzt. Ihr Plan sieht vor, die Friedrichstraße mit dem Gendarmenmarkt zu einer gemeinsamen Fläche zu verbinden – sowohl Autoverkehr als auch Fahrradverkehr wären dort künftig verboten. Stattdessen entstünde vor den Gebäuden eine stufenlose Übergangszone ohne Bordsteine, die einen nahtlosen öffentlichen Raum schafft.
Ein zentraler Bestandteil des Entwurfs ist die Umgestaltung der Querstraßen zu autofreien Bereichen, die als erweiterte Aufenthaltsflächen dienen sollen. Das Design umfasst Natursteinpflaster, großzügig platzierte Bäume sowie Kunstinstallationen oder Wasserspiele. Zudem ist eine Eingangszone mit exklusiven Gastronomie- und Einkaufsangeboten geplant, um das Prestige der Straße zu steigern.
Die scheidende Verkehrssenatorin Bettina Jarasch hatte zuvor einen Architekturwettbewerb angekündigt, um das künftige Erscheinungsbild der Straße festzulegen. Bereits im November 2022 hatte eine öffentliche Umfrage Meinungen zum Pilotprojekt und den langfristigen Plänen für die Friedrichstraße eingeholt. Die Ergebnisse flossen bisher jedoch noch nicht in eine endgültige Entscheidung ein.
Die Fußgängerzone ist nun Realität, doch wie die Straße langfristig aussehen wird, steht noch nicht fest. CKSAs Vision sieht vor, Fahrzeuge komplett zu verbannen und stattdessen Kunst, Grünflächen sowie hochwertigen Handel in den Vordergrund zu stellen. Die Stadtverantwortlichen müssen nun die verschiedenen Konzepte abwägen, bevor die Neugestaltung final beschlossen wird.






