Gabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring – eine Hommage an ihr rebellisches Lebenswerk
Franz-Peter SchachtGabriele Stötzer erhält Goslarer Kaiserring – eine Hommage an ihr rebellisches Lebenswerk
Die Künstlerin Gabriele Stötzer erhält in diesem Herbst den Goslarer Kaiserring, eine der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands. Mit 73 Jahren zählt sie nach wie vor zu den prägendsten Figuren der zeitgenössischen Kunst – aktuell ist im Berliner Gropius Bau eine große Einzelausstellung ihrer Werke zu sehen.
Die Schau im Gropius Bau präsentiert rund 150 Arbeiten, darunter Videos, Fotografien, Modestücke und große Wollfiguren von Frauen. Noch bis zum 6. Dezember zu besichtigen, plant Stötzer für August eine Performance, bei der sie auf dem Dach des Museums stehen wird.
Stötzer gehörte zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und wehrte sich stets dagegen, allein als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. In den 1970er-Jahren saß sie ein Jahr im Gefängnis, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet hatte. Während der Haft nähte sie Strumpfhosen. 1989 besetzte sie die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt.
Die Ausstellung unterstreicht die Vielfalt ihres künstlerischen Schaffens. Mit dem bevorstehenden Kaiserring und ihrem anhaltenden Wirken bestätigt Stötzer ihren bleibenden Einfluss auf die Kunstwelt. Die Verleihung des Preises findet noch in diesem Jahr statt.






