GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – doch lobt er Pallas Reformen
Christina SorgatzGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – doch lobt er Pallas Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die Unternehmensstruktur als "Geldwäschemaschine" und stellte jüngste Führungsentscheidungen infrage. Dennoch unterstützt er die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen von Vorstandschefin Evelyn Palla.
Reißen warf der DB vor, durch komplexe interne Abrechnungssysteme und Hunderte von Tochtergesellschaften Finanzströme zu verschleiern. Seiner Ansicht nach dienen diese Praktiken dazu, Steuergelder abzusichern, während sie gleichzeitig die Effizienz des Betriebs untergraben. Seine Äußerungen fielen zusammen mit der Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, und der Finanzvorständin Karin Dohm durch Palla.
Reißen befürwortete Pallas Entscheidung, die oberste Führungsebene zu halbieren und nicht qualifizierte Manager zu entfernen. Besonders kritisierte er die Ernennung Dohms, die er für die Finanzposition als ungeeignet bezeichnete. Gleichzeitig warnte er, dass ihre Einstellung zu weiteren Konflikten führen und die Steuerzahler zusätzlich belasten könnte.
Trotz seiner Bedenken zeigt sich Reißen optimistisch, dass Pallas Reformen die Leistung der DB verbessern könnten. Die Umstrukturierung, so seine Einschätzung, könnte insbesondere im Fernverkehr die Produktivität steigern.
Reißens Aussagen unterstreichen die anhaltenden Spannungen um das Finanzmanagement und die Personalpolitik der DB. Zwar billigt er Pallas jüngste Entlassungen und Umstrukturierungen, doch bleibt er skeptisch, was die allgemeine Transparenz der Unternehmensfinanzen angeht. Die Kritik des Gewerkschaftschefs deutet darauf hin, dass die DB mit weitergehender Prüfung ihrer Geschäftsabläufe rechnen muss.






