Grönemeyer erhält Nationalpreis und fordert mehr politischen Dialog
Franz-Peter SchachtGrönemeyer erhält Nationalpreis und fordert mehr politischen Dialog
Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich für den Zusammenhalt der demokratischen Gesellschaft einsetzen. Bei der Verleihung nutzte der 70-jährige Musiker seine Dankesrede, um die politische Kommunikation zu kritisieren und zu mehr bürgerlichem Engagement aufzurufen.
In seiner Rede warf Grönemeyer Politikern vor, sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu wenig mit der Bevölkerung ausgetauscht zu haben. Besonders nannte er dabei die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und den amtierenden Kanzler Olaf Scholz, denen er Schweigen und mangelnden Dialog vorhielt.
Er zog einen Vergleich zwischen politischem Handeln und Teamwork im Fußball. Politiker, so seine Forderung, sollten wie die Mittelfeldspieler Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović zusammenarbeiten. Zudem mahnte er zu einer optimistischen Grundhaltung und lehnte eine Zukunftsangst ab.
Der Sänger betonte die Bedeutung von Eigenverantwortung in der Zivilgesellschaft. Die Bürger bräuchten keine väterlichen oder mütterlichen Figuren wie eine „Mutti“ oder einen „Vati“, erklärte er. Stattdessen müsse jeder selbst die Initiative ergreifen.
Der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung wird seit 1997 jährlich verliehen. Er ehrt Menschen, die sich für eine demokratische und partizipative Gesellschaft einsetzen. Grönemeyers Auszeichnung unterstreicht sein langjähriges soziales Engagement sowie seinen Appell für eine bessere politische Kommunikation und mehr öffentliche Teilhabe.






