Hamburgs Jugendhilfe vor dem Kollaps: Finanznot und Umstrukturierungen gefährden Tausende Kinder
Stefan TrubinHamburgs Jugendhilfe vor dem Kollaps: Finanznot und Umstrukturierungen gefährden Tausende Kinder
Hamburgs Jugendhilfenetz steht vor dem Kollaps: Finanznot und Umstrukturierungen gefährden die Zukunft
Hamburgs Jugendhilfeeinrichtungen stecken in einer tiefen Krise: Finanzielle Engpässe bedrohen ihr Überleben, während die Bildungsbehörde der Stadt plant, die Stelle der Jugendombudsstelle mit einer neu zu schaffenden Kita-Ombudsstelle zusammenzulegen – ein Vorhaben, das eine erneute Ausschreibung nach sich zieht. Die Sorge um die Zukunft zentraler Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche wächst.
Besonders bedroht ist der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH), der aufgrund langjähriger finanzieller Instabilität vor der Schließung steht. Die Organisation betreibt 17 Einrichtungen und 27 Projekte, darunter Abenteuerspielplätze, Jugendclubs und Familienberatungsstellen, und beschäftigt 90 Festangestellte sowie 150 freiberufliche Mitarbeiter:innen. Die Zentrale des Verbands war jedoch nie ausreichend finanziert, sodass selbst grundlegende Verwaltungskosten nicht gedeckt werden können.
Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, benötigt der VKJH jährlich zusätzliche 120.000 Euro für eine Geschäftsführungs- und eine Verwaltungsstelle. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, müssten alle Angebote an die Bezirksämter abgegeben werden.
Parallel dazu plant die Stadt, die 2017 eingerichtete OHA!-Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte abzuschaffen. Seit 2021 bearbeitet das Büro – besetzt mit drei Sozialpädagog:innen und 25 Ehrenamtlichen – jährlich rund 300 Beratungsanfragen. Künftig soll es mit einer neuen Kita-Ombudsstelle fusioniert werden, was eine Neuausschreibung erfordert.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und äußert schwere Bedenken gegen die Zusammenlegung sowie das erneute Vergabeverfahren.
Ohne Soforthilfen droht dem VKJH die Schließung – mit gravierenden Folgen für Dutzende Jugendangebote in Hamburg. Auch die geplante Fusion der Ombudsstellen könnte die bestehende Unterstützung für Kinder und Familien empfindlich stören. Eine Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet.






