Humboldt Forum: Fünf Jahre Einsamkeit zwischen Prunk und kolonialer Kritik
Stefan TrubinHumboldt Forum: Fünf Jahre Einsamkeit zwischen Prunk und kolonialer Kritik
Das Humboldt Forum in Berlin steht seit seiner Eröffnung vor fünf Jahren vor anhaltenden Herausforderungen. Trotz seiner bedeutenden Sammlungen – darunter das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst – gelingt es ihm kaum, Besucher aus der Region anzuziehen. Sein prunkvolles Design, finanziert von vermögenden rechtspopulistischen Spendern, sollte preußischen Glanz ausstrahlen, wird jedoch kritisiert, da es eher wie ein Palast als wie ein öffentlicher Raum wirkt.
Von Anfang an löste das Humboldt Forum Debatten über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt aus. Sein Bau befeuerte diese Diskussionen und zwang Kultureinrichtungen, sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Doch die abgelegene Lage des Gebäudes und das Fehlen von Infrastruktur in der Umgebung machen es für regelmäßige Besucher wenig attraktiv.
Das Publikum der Veranstaltungen besteht größtenteils aus Touristen. Selbst in den offiziellen Besucherzahlen werden Personen mitgezählt, die nur für ein Selfie im Innenhof vorbeikommen. Versuche, die lokale Gemeinschaft einzubinden, blieben bisher weitgehend erfolglos.
Das Programm des Forums setzt sich häufig mit drängenden gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander. So hinterfragte die Künstlerin Sarah Ama Duah in ihrer Performance to build to bury to remember die koloniale Perspektive, indem sie Objekte als autonome Körper inszenierte. Dennoch ringt die Institution weiterhin um ihre Identität und gesellschaftliche Relevanz.
Fünf Jahre nach der Eröffnung wirkt das Humboldt Forum nach wie vor wenig verbunden mit der Berliner Stadtgesellschaft. Seine ambitionierte Vision und das kulturelle Angebot haben bisher nicht zu einer breiten öffentlichen Teilhabe geführt. Die Diskussion über seine Rolle und seinen Auftrag bleibt ungelöst.
