IHK Halle-Dessau fordert radikalen Bürokratieabbau vor Sachsen-Anhalts Landtagswahl 2026
Stefan TrubinIHK Halle-Dessau fordert radikalen Bürokratieabbau vor Sachsen-Anhalts Landtagswahl 2026
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau hat vor der Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt ihre wirtschaftspolitischen Prioritäten vorgelegt. In einem am 25. März 2026 verabschiedeten Positionspapier skizziert die Kammer Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen, zum Bürokratieabbau und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. In den kommenden Monaten will die IHK diese Vorschläge mit Parteien, Kandidat:innen und der Öffentlichkeit diskutieren.
Kernforderung ist eine systematische Entlastung der Wirtschaft von administrativen Hürden. Die IHK schlägt regelmäßige Überprüfungen bürokratischer Pflichten, klarere Gesetzestexte sowie direkte Entlastungen für Betriebe vor. Ein zentrales Anliegen ist die Einrichtung eines "One-Stop-Shop"-Portals*, das Gründer:innen und kleinen Unternehmen Verfahren vereinfachen soll.
Zur Bewältigung des Fachkräftemangels plädiert die Kammer für eine bessere Ausschöpfung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials und eine Stärkung der beruflichen Ausbildung. Zudem fordert sie weniger Hürden beim Arbeitsmarktzutritt und mehr Unterstützung für Unternehmen, die ausländische Fachkräfte einstellen. Im Bereich Innovation empfiehlt das Papier maßgeschneiderte Förderprogramme, beschleunigten Technologietransfer und neutrale Beratung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Energie- und Infrastrukturpolitik stehen ebenfalls im Fokus. Die IHK setzt sich für eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung ein – technologieoffen und inklusive Wasserstoff sowie CO₂-Abscheidung. Gefordert werden zudem langfristige Finanzierungssicherheit, schnellere Planungsverfahren sowie der Ausbau von Verkehrs-, Digital- und Versorgungsnetzen.
Für internationale Wettbewerbsfähigkeit betont die IHK die Notwendigkeit, Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte zu unterstützen. Sie wirbt für Freihandel, diplomatische Initiativen und Offenheit für globale Wirtschaftschancen.
Konkrete Vorschläge umfassen Steuererleichterungen bei Unternehmensnachfolgen, einen 50-Millionen-Euro-Landesfonds für Startups sowie eine verpflichtende Nachfolgeberatung für KMU mit mehr als zehn Beschäftigten.
Die IHK wird ihr Positionspapier nun Politik und Öffentlichkeit vorstellen – mit dem Ziel, die Wahlkampfdiskussion um wirtschaftsfreundliche Reformen, Infrastrukturausbau und Wachstumsimpulse zu prägen. Im Vorfeld der Wahl sind Gespräche mit Parteien und Kandidat:innen geplant.






