09 June 2026, 00:32

Industrie in Deutschland stürzt ab: Auftragseinbruch um 3,8 Prozent im April

Deutschlands Industrieaufträge brechen doppelt so stark ein wie erwartet

Industrie in Deutschland stürzt ab: Auftragseinbruch um 3,8 Prozent im April

Deutschlands Industrie erlebt einen weiteren drastischen Einbruch – Auftragseingang bricht im April um 3,8 Prozent ein

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Der Rückgang setzt eine monatelange Phase nachlassender Nachfrage, steigender Energiepreise und anhaltender Lieferengpässe fort, die durch geopolitische Spannungen noch verschärft werden. Ökonomen warnen, dass die aktuelle Krise die Schäden der Finanzkrise 2008 oder der Pandemie-Rezession sogar übertreffen könnte.

Der Einbruch im April fiel stärker aus als erwartet. Analysten hatten mit einem Rückgang von zwei Prozent gerechnet, doch sowohl inländische als auch ausländische Aufträge gingen deutlich stärker zurück. Die Binnennachfrage schrumpfte um 2,9 Prozent, während die Auslandsaufträge um 4,2 Prozent einbrachen. Besonders dramatisch war der Einbruch bei Bestellungen aus der Eurozone: Hier stürzten die Zahlen um 11,1 Prozent ab und trafen Schlüsselsektoren hart.

In der Automobilbranche gingen die Neugeschäfte um 5,3 Prozent zurück. Hersteller von Elektroausrüstungen verzeichneten einen noch drastischeren Rückgang von 16,3 Prozent, und die Maschinenbauer verloren 7,4 Prozent ihrer Aufträge. Die schwache Nachfrage aus den Eurozone-Partnerländern und die Krise in Branchen wie dem Maschinenbau verschärften die Lage zusätzlich.

Die deutsche Wirtschaft stagniert seit 2019 – seither gingen 300.000 Industriearbeitsplätze verloren. Mit der verschärften Krise verschwinden aktuell 10.000 Stellen pro Monat. Steigende Energiekosten und anhaltende Lieferkettenstörungen – verschärft durch Konflikte wie den Iran-Krieg – setzen die Hersteller weiter unter Druck.

Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, bezeichnete die Situation als „katastrophal“. Er warnte, der aktuelle wirtschaftliche Abschwung könnte die Folgen der Finanzkrise 2008 und der Pandemie-Lockdowns noch übertreffen.

Die jüngsten Zahlen bestätigen eine vertiefte Industrie-Rezession in Deutschland. Fabriken bauen Arbeitsplätze ab, die Aufträge schrumpfen weiter, und wichtige Exportmärkte ziehen sich zurück. Ohne eine Wende bei der Nachfrage oder Entlastung bei den hohen Kosten wird sich der Abschwung in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter verschärfen.

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