14 April 2026, 20:31

Julian Reichelt: Warum die Affäre um Machtmissbrauch bei Bild noch immer ungelöst ist

Schwarze und weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung" und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Tracht beim Feiern.

Julian Reichelt: Warum die Affäre um Machtmissbrauch bei Bild noch immer ungelöst ist

Die Julian-Reichelt-Affäre – ungelöst und weiter in juristischen Auseinandersetzungen

Die Affäre um den ehemaligen Bild-Chef Julian Reichelt, die 2022 erstmals öffentlich wurde, bleibt weiterhin ungeklärt, während die rechtlichen Kämpfe anhalten. Ein umstrittenes Format von Reschke Fernsehen behauptete 2023, dass Machtmissbrauch bei der Bild-Zeitung noch schwerwiegender gewesen sei als zunächst bekannt. Nun geht der öffentlich-rechtliche Sender NDR rechtlich gegen die Zensur vor, um die vollständigen Hintergründe aufzudecken.

Der Fall begann 2022, als Der Spiegel Vorwürfe gegen Reichelt veröffentlichte. Seither steht die Frage im Raum, wie viele Affären er mit Untergebenen hatte und ob er Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt hat. Reichelt bestreitet die Vorwürfe konsequent und stellt sich als Opfer einer politischen Kampagne dar.

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2023 sendete Reschke Fernsehen einen Beitrag, der auf schwerwiegendere Verfehlungen bei Bild hindeutete als bisher angenommen. Reichelt erwirkte daraufhin eine einstweilige Verfügung, die zur Streichung zentraler Passagen führte. Die Sendung ist mittlerweile nicht mehr in der ARD-Mediathek abrufbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist.

Der NDR treibt nun ein vollständiges Gerichtsverfahren voran, um die zensierten Teile des Beitrags wiederherzustellen. Der Sender will Zeugen vernehmen, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt. Eine öffentliche Aufarbeitung der Vorwürfe könnte für den Bild-Verlag Axel Springer unangenehm werden, da einige der betroffenen Frauen berufliche Nachteile erlitten haben sollen, nachdem sie sich geäußert hatten.

Das deutsche Justizsystem ist für seine langsamen Verfahren bekannt – besonders in Presserechtsfragen. Da die Affäre noch immer nicht abgeschlossen ist, könnte eine endgültige Klärung erst 2026 erfolgen.

Während der NDR weiter um die vollständige Aufklärung der Vorwürfe kämpft, könnten Zeugenaussagen und die Wiederherstellung der Berichterstattung mehr Klarheit bringen. Bis dahin bleiben zentrale Details – darunter das Ausmaß von Reichelts Verhalten – unbestätigt.

Quelle