26 March 2026, 02:37

Kulturminister Weimer in der Kritik: Berlinale, Buchpreis und Gedenkfeiern entzweien die Szene

Alte deutsche Zeitung "Berliner Wespen" vom 21. Februar 1873 mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht, die sich unterhalten, und deutscher Text, der wahrscheinlich das Ereignis beschreibt.

Kulturminister Weimer in der Kritik: Berlinale, Buchpreis und Gedenkfeiern entzweien die Szene

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, steht wegen mehrerer jüngster Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Die Kontroversen reichen vom Versuch, eine Filmfestspielleiterin abzulösen, über die Absage der Verleihung eines bedeutenden Buchpreises bis hin zu Forderungen, sich von einer Holocaust-Gedenkveranstaltung zurückzuziehen. Trotz der wachsenden Vorwürfe erhalten ihn jedoch wichtige politische Vertreter öffentlich den Rücken.

Die jüngsten Auseinandersetzungen begannen, als Medienberichte behaupteten, Weimer habe versucht, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, zu entlassen. Der Schritt stieß auf scharfe Verurteilung, doch weder von Bundeskanzler Olaf Scholz noch vom Oppositionsführer Friedrich Merz gab es eine offizielle Stellungnahme zu den konkreten Vorwürfen.

Zudem sagte Weimer die Verleihung des Preises der deutschen Buchbranche ab – eine Entscheidung, die beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf Empörung stieß. Weitere Kritik löste aus, dass er bestimmte Buchhandlungen vom Verfassungsschutz prüfen ließ und sie damit vom Auswahlverfahren für den Preis ausschloss. Der Verband bezeichnete dies als unakzeptable Einmischung.

Unabhängig davon forderten Überlebendengruppen des Konzentrationslagers Buchenwald-Dora, dass sich Weimer von der Gedenkfeier zur Befreiung des Lagers zurückzieht. Seine Anwesenheit sei angesichts der laufenden Kontroversen unangemessen, argumentierten sie. Ein weiterer Streitpunkt ist sein angeblicher Plan, den Bau der Erweiterung der Nationalbibliothek Leipzig zu stoppen – ein Vorhaben, das auf Widerstand kultureller Einrichtungen stößt.

Trotz der wachsenden Kritik hält die Bundesregierung an Weimer fest. Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer betonte, der Minister erfülle seine Aufgaben "mit voller Rückendeckung der Regierung" und wies Rücktrittsforderungen zurück. Friedrich Merz erklärte im Bundestag, Weimers Rolle sei zwar stets umstritten, doch er habe Vertrauen in ihn. Auch Kanzler Scholz verteidigte Weimer und hob seine Verdienste für den Kulturbereich hervor.

Weimer bleibt vorerst im Amt – gestützt von Spitzenpolitikern –, doch seine Entscheidungen sorgen weiterhin für Widerstand. Die Konflikte um Buchpreise, Festspielleitungen und Gedenkveranstaltungen deuten nicht auf eine Entspannung hin. Kultureinrichtungen und Überlebendengruppen haben ihre Ablehnung deutlich gemacht – die Debatte dürfte damit weitergehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle