Mainz plant umstrittene Bettensteuer – Tourismusbranche fühlt sich betrogen
Stefan TrubinMainz plant umstrittene Bettensteuer – Tourismusbranche fühlt sich betrogen
Die Stadt Mainz hat eine neue "Beherbergungsabgabe" auf Übernachtungen vorgeschlagen – ein Vorhaben, das bei lokalen Tourismusverbänden auf scharfe Kritik stößt. Gegner werfen der Stadt vor, damit frühere Zusagen zu brechen und Betrieben, die ohnehin unter finanzieller Belastung leiden, weiteren Schaden zuzufügen.
Die geplante Abgabe, umgangssprachlich oft als "Bettensteuer" bezeichnet, würde von Gästen für Übernachtungen erhoben, die Einnahmen aber nicht gezielt in den Tourismus fließen lassen. Dies weicht vom ursprünglich mit Oberbürgermeister Nino Haase diskutierten Modell einer "Besucherumlage" ab, bei dem die Mittel explizit für die Förderung des Tourismus vorgesehen waren.
Der Mainz Tourismus Fonds spricht von einem Vertrauensbruch: Die plötzliche Kehrtwende der Stadt komme einer Enttäuschung gleich. Vorstandsmitglied Julia Barth warnte, die Abgabe werde Hotels und verwandte Branchen zusätzlich stark belasten. Der Fonds betont, der neue Plan verletze frühere Vereinbarungen und untergrabe das Vertrauen zwischen Stadt und Tourismuswirtschaft.
Der Tourismus Fonds setzt sich weiterhin für das Modell der "Besucherumlage" ein, bei dem die eingenommenen Gelder in lokale Tourismusprojekte fließen sollen. Ohne Nachbesserungen droht die Abgabe eine Branche weiter zu schwächen, die sich noch immer von früheren Krisen erholt. Nun wartet die Wirtschaft gespannt auf die endgültige Entscheidung der Stadt zu dem Vorhaben.






