Merz setzt Rentenreform durch: Kapitaldeckung und höheres Renteneintrittsalter geplant
Claire MühleMerz setzt Rentenreform durch: Kapitaldeckung und höheres Renteneintrittsalter geplant
Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, die Vorschläge der Rentenkommission vollständig zu übernehmen. Die Regierung plant eine umfassende Reform des Rentensystems, die unter anderem eine kapitalgedeckte Altersvorsorge und eine Anhebung des Renteneintrittsalters vorsieht. Kritiker warnen, dass die Änderungen einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen überproportional belasten könnten.
Das gesetzliche Rentensystem hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten als stabil und krisenresistent erwiesen. Sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in diesem Zeitraum kontinuierlich gesunken. Die Behauptung, jüngere Arbeitnehmer hätten keinen Nutzen von ihren Beiträgen, wurde als falsch zurückgewiesen.
Die Rentenkommission schlägt nun vor, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils bis zu 1 % der Bruttolöhne in einen kapitalbasierten Pensionsfonds einzahlen. Dieses Modell birgt jedoch Risiken, da die Renditen nicht garantiert sind und von Schwankungen an den Aktienmärkten abhängen. Die jährlichen Erträge könnten 3 % nicht übersteigen.
Zudem soll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden, was de facto zu längeren Arbeitszeiten und geringeren Rentenauszahlungen führt. Um Altersarmut entgegenzuwirken, wird eine Mindestrente eingeführt. Dennoch bleibt die Sorge, dass diese Reformen die Last vor allem auf die weniger Bemittelten abwälzen, die bereits jetzt besser verdienende Rentner subventionieren. Geringverdiener mit einer niedrigeren Lebenserwartung könnten dies als Umverteilung von arm zu reich wahrnehmen.
Die geplanten Reformen zielen darauf ab, die Renten durch Kapitaldeckung und längere Erwerbsbiografien abzusichern. Die Mindestrente soll die Armut im Alter lindern. Doch die Änderungen könnten die finanzielle Belastung für Niedrigverdiener erhöhen, während die Vorteile unsicher bleiben.






