29 March 2026, 16:35

Merz will Kohlekraftwerke länger laufen lassen – droht der Kohleausstieg zu scheitern?

Schwarze und weiße Zeichnung eines Gebäudes mit Fenstern, einem Fahnenmast mit Fahne, Laternenmasten und einem Hügel im Hintergrund, mit Text unten lesend "1876 - der Bau eines Kohlebergwerks".

Merz will Kohlekraftwerke länger laufen lassen – droht der Kohleausstieg zu scheitern?

Deutschlands Kohleausstieg droht Verzögerungen – Merz plädiert für längere Laufzeiten von Kohlekraftwerken

Der geplante Kohleausstieg Deutschlands könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeschlagen hat, Kohlekraftwerke länger als vorgesehen in Betrieb zu halten. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Energieversorgungssicherheit und hat eine Debatte über die Zukunft des Braunkohleabbaus in Regionen wie der Lausitz entfacht. Gleichzeitig baut der Energiekonzern LEAG seine Erneuerbaren-Projekte aus und sichert sich Milliardenentschädigungen für den Strukturwandel.

Die Lausitz, eine traditionelle Bergbauregion, steht mitten in einem tiefgreifenden Wandel, während Deutschland den Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 vorantreibt. LEAG, einer der größten Energieerzeuger des Landes, erweitert in der Region seine Wind- und Solarprojekte. Gleichzeitig erhält das Unternehmen im Rahmen des Kohleausstiegsabkommens rund 1,75 Milliarden Euro vom Bund als Ausgleichszahlung.

Kanzler Merz argumentierte, dass Kohlekraftwerke aufgrund der anhaltenden Energiekrise möglicherweise über ihre geplante Stilllegung hinaus betrieben werden müssten. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Stromversorgung Deutschlands abzusichern. Seine Äußerungen haben Bedenken geweckt, dass sich der für 2038 vorgesehene Kohleausstieg verzögern könnte.

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Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), jede Verschiebung abzulehnen. Sie betonten die Notwendigkeit von Planungsicherheit für strukturelle Investitionen und Arbeitsplatzgarantien in den Bergbauregionen. Für den Strukturwandel in der Lausitz sind bereits über 2,6 Milliarden Euro aus dem Strukturstärkungsgesetz vorgesehen. Zudem sollen im Rahmen der Initiative "Net Zero Valley" weitere 17,2 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln und 20 Milliarden Euro aus Privatkapital in grüne Technologien fließen.

Merz' Vorschlag könnte die Nutzung von Kohlekraft in Deutschland verlängern – mit Auswirkungen auf den Energiesektor und die regionalen Wirtschaften. Im Fokus bleibt weiterhin die Transformation der Lausitz, für die bereits Milliarden in Erneuerbare-Projekte und Arbeitsplatzschaffung eingeplant sind. Jede Verzögerung beim Kohleausstieg würde Anpassungen der bestehenden Pläne und Finanzzusagen erfordern.

Quelle