Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Bringt sie wirklich weniger Armut?
Stefan TrubinMindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Bringt sie wirklich weniger Armut?
Mindestlohn in Deutschland: Debatte über Wirkung auf Armut und Beschäftigung
Die Einführung des Mindestlohns in Deutschland hat eine Diskussion über seine Auswirkungen auf Armut und Arbeitsplätze ausgelöst. Befürworter verweisen auf höhere Einkommen für Geringverdiener, während Kritiker die gesamtwirtschaftlichen Folgen infrage stellen. Aktuelle Studien untersuchen nun, ob eine weitere Erhöhung des Mindestlohns die Armutsquote spürbar senken könnte.
Eine Untersuchung des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung analysierte die Effekte einer schrittweisen Anhebung. Demnach würde eine Erhöhung auf 14,60 Euro bis 2027 die Armutsquote insgesamt nur um 0,2 Prozentpunkte verringern. Selbst eine Schwelle von 15 Euro hätte kaum nennenswerte Auswirkungen.
Zwar sank das Armutsrisiko bei Beschäftigten mit einem Stundenlohn unter 12 Euro nach früheren Erhöhungen um 5,5 Prozentpunkte. Dennoch stieg die allgemeine Armutsgefährdungsquote auf 16,3 Prozent. Als armutsgefährdet gelten Haushalte, deren Einkommen unter 60 Prozent des deutschen Median-Nettoeinkommens liegt.
Gegner argumentieren, dass höhere Lohnkosten Unternehmen dazu zwingen, Stellen abzubauen. Sie warnen, dass ein Rückgang der Beschäftigungsmöglichkeiten die Vorteile für Geringverdiener zunichtemachen könnte. Das Institut hingegen deutet an, dass sich die Rentenansprüche von Vollzeitbeschäftigten durch weitere Erhöhungen kaum verbessern dürften.
Die Ergebnisse legen nahe, dass künftige Anpassungen des Mindestlohns nur begrenzt zur Armutsbekämpfung beitragen würden. Zwar könnten einige Niedriglohnempfänger mehr verdienen, doch die gesamtwirtschaftlichen Folgen bleiben ungewiss. Die Debatte darüber, ob höhere Löhne oder andere Maßnahmen die Einkommensungleichheit besser verringern, dauert an.






