Mitteldeutschland-Anbindung: Elektrifizierung droht bis 2032 zu scheitern
Christina SorgatzMitteldeutschland-Anbindung: Elektrifizierung droht bis 2032 zu scheitern
Die BSW-Landesgruppe in Thüringen fordert schnellere Fortschritte beim Ausbau der Mitteldeutschland-Anbindung. Die Strecke gelte als eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen der Region, doch Finanzierungslücken und Verzögerungen hätten dringend benötigte Modernisierungen um Jahre zurückgeworfen.
Das Projekt soll den Schienenverkehr von Sachsen über Thüringen bis in den Westen Deutschlands verbessern. Eine vollständige Elektrifizierung würde schnellere Fernverbindungen zwischen Chemnitz, Dresden, Erfurt und großen Knotenpunkten wie der Rhein-Main-Region oder dem Ruhrgebiet ermöglichen. Die BSW besteht darauf, dass die Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz zeitnah elektrifiziert wird – zusätzlich sollen Abschnitte auf zweigleisigen Betrieb ausgebaut werden.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, hat die Bundesregierung aufgefordert, weitere Mittel bereitzustellen. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte jedoch, dass derzeit keine Haushaltsmittel verfügbar seien. Die Bauarbeiten hätten eigentlich bereits in diesem Jahr beginnen sollen, wurden nun aber auf 2028 verschoben. Mit einer vollständigen Elektrifizierung wird frühestens 2032 gerechnet.
Für verschiedene Schienenprojekte bis 2029 fehlen noch rund zwei Milliarden Euro. Allein der Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz schlägt mit geschätzten 544 Millionen Euro zu Buche. Ohne zusätzliche Förderung bleiben die Ausbaupläne auf Eis – die Region muss mit langsameren und weniger effizienten Verbindungen leben.
Die BSW setzt sich weiterhin für Bundesinvestitionen in die Mitteldeutschland-Strecke ein. Ohne diese werden Elektrifizierung und zweigleisiger Ausbau noch Jahre auf sich warten lassen. Die Verzögerungen bedeuten nicht nur langsamere Züge, sondern auch verpasste Chancen für bessere Regional- und Fernverbindungen.






