09 May 2026, 14:32

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Ein Mann und eine Frau in Smokings stehen auf einer Bühne und halten Mikrofone, mit einem dunklen Hintergrund und einem sitzenden Orchester dahinter.

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Neuanfang mit Mozarts Così fan tutte. Statt einer klassischen Oper wird die Inszenierung zu einem Echtzeit-Beziehungs-Experiment – und das Publikum spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Eintrittskarten kosten nur 10 Euro, doch die emotionalen Wagnisse versprechen weitaus höher zu sein.

Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat die Oper zu einer scharfsinnigen, kompromisslosen Erforschung von Liebe und Treue umgedacht. Die Vorstellung beginnt hinter der Bühne und löst so die übliche Grenze zwischen Darstellern und Zuschauern auf. Von dort verwandelt sich die Bühne in eine Kunsthochschule, wo das Publikum zu Studierenden in einem von Don Alfonso inszenierten Campus-Spiel wird.

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Zwanzig junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren werden auf der Bühne mitwirken – nicht als passive Beobachter, sondern als aktive Teilnehmende der Handlung. Vorkenntnisse sind nicht nötig, doch Mut und Humor werden den Freiwilligen empfohlen. Signeyroles Regie verzichtet auf jede Verstellung und zwingt die Oper – und ihre Themen – dazu, sich mit ungeschönten Wahrheiten über Begierde, Treue und menschliche Verbundenheit auseinanderzusetzen.

Die Produktion verwandelt Mozarts Klassiker in ein immersives, hochriskantes Experiment. Bei einem Ticketpreis von nur 10 Euro rückt nicht der Kostenfaktor in den Vordergrund, sondern die persönlichen Risiken, die die Beteiligten auf der Bühne eingehen. Das Ergebnis wird Grenzen ausloten – sowohl für die Paare auf der Bühne als auch für das Publikum, das alles live miterlebt.

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