Nassauischer Kunstverein wird 2025 zum immersiven Gedächtnispalast unter Martin La Roche
Franz-Peter SchachtNassauischer Kunstverein wird 2025 zum immersiven Gedächtnispalast unter Martin La Roche
Ab Ende März 2025 verwandelt sich der Nassauische Kunstverein Wiesbaden in einen riesigen, immersiven Gedächtnispalast. Der Künstler Martin La Roche gestaltet den gesamten Ausstellungsraum zu einer interaktiven Erkundung der Themen Sammeln, Erinnern und Archivieren um. Vom 28. März bis zum 15. Juni können Besucher eintauchen und sich mit Fragen der Identität, des Verlusts und der stillen Schönheit alltäglicher Momente auseinandersetzen.
Die Ausstellung füllt jeden Raum des Kunstvereins und macht das Gebäude selbst zu einem räumlichen Modell des Gedächtnisses. Ein Höhepunkt ist das Musée Légitime – La Roches tragbares Museum, das in einen Hut passt. Zum ersten Mal werden alle 18 Museumshüte mit ihren 193 Miniaturkunstwerken gemeinsam gezeigt.
Eine Sandspiel-Installation, inspiriert von Dora Kalffs therapeutischer Methode, lädt die Besucher ein, eine kollektive Skulptur zu formen. Im Wintergarten lagern unterdessen 192 Objekte in Kisten – jedes per Postkarte auswählbar, sodass Gäste ihren eigenen Teil des Erinnerungsprozesses kuratieren können.
Ein weiterer Raum kreist um ein Kreuzworträtsel aus dem Guardian, das als poetischer Ausgangspunkt für Buchreihen, Installationen und freie Assoziationen dient. Durchgehend fordert die Ausstellung zur aktiven Teilnahme auf: Die Besucher sind aufgefordert, sich zu erinnern, Verbindungen herzustellen und das sich entwickelnde Kunstwerk mitzugestalten.
Die Türen öffnen vom 28. März bis 15. Juni 2025, dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen zu den Wiesbadener Ausstellungen 2025 gibt es auf der offiziellen Website des Stadtteils Mitte.
Mit Memory Palace verwandelt La Roche den Kunstverein in ein lebendiges Archiv, das persönliche und kollektive Erinnerung verschmelzen lässt. Fast drei Monate lang bleibt die Schau zugänglich und bietet eine praktische Annäherung an die Frage, wie Erinnerung Kunst prägt – und wie Kunst wiederum das Gedächtnis formt.






