Neue Arbeitsschutzregeln fordern bessere Schutzkleidung bei Hitze und Feuchtigkeit
Claire MühleNeue Arbeitsschutzregeln fordern bessere Schutzkleidung bei Hitze und Feuchtigkeit
Neue Arbeitsschutzregeln legen größeren Wert auf funktionelle Schutzkleidung bei steigenden Temperaturen
Die aktualisierten ASR A5.1-Richtlinien berücksichtigen nun auch äußere Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Wind und körperliche Belastung – neben den bisherigen Vorgaben zu Innenraumtemperaturen. Arbeitgeber und Hersteller passen Kleidungsdesigns an, um Beschäftigte in extremen Bedingungen kühler und sicherer zu halten.
Die überarbeiteten ASR A5.1-Standards erweitern die Bewertung von Hitzebelastung über Innenbereiche hinaus. Äußere Einflüsse wie hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und körperliche Arbeit prägen nun die Sicherheitsanforderungen. Gleichzeitig überprüft die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Referenzwerte für hitzebedingten Stress bei Textilien, um sie an die neuen Vorgaben anzupassen.
Auch die Schutzkleidung selbst entwickelt sich weiter, um Hitze besser zu trotzen. Leichtere, hochleistungsfähige Stoffe reduzieren das Gewicht, ohne an Haltbarkeit einzubüßen. Netzeinsätze, Belüftungszonen und luftdurchlässige Schnitte fördern die Wärmeabgabe. Moderne Materialien wie 3D-Abstandsgewebe schaffen winzige Luftpolster, während hydrophile Beschichtungen Schweiß von der Haut ableiten. Diese Innovationen senken die Wärmespeicherung und verbessern die Atmungsaktivität – erkennbar an gesunkenen R- und MVTR-Werten.
Neben der Kleidung setzen Unternehmen auf weitere Maßnahmen: Arbeitszeiten werden angepasst, Pausen verlängert oder Tätigkeiten in kühlere Bereiche verlegt. Die Bereitstellung von Trinkwasser und Sonnenschutz – etwa durch Hüte, Sonnencreme oder UV-blockende Schichten – unterstützt zusätzlich. Doch wenn technische Lösungen wie Beschattung oder Wasserkühlung begrenzt sind, gewinnt gut durchdachte Schutzkleidung noch mehr an Bedeutung.
Die aktualisierten Vorschriften bedeuten, dass funktionelle Arbeitskleidung künftig eine zentralere Rolle bei der Vermeidung hitzebedingter Risiken spielt. Arbeitgeber müssen nun sowohl Umwelteinflüsse als auch die Leistungsfähigkeit der Kleidung berücksichtigen, um ihre Mitarbeiter zu schützen. Da die BAuA die Textilstandards weiter verfeinert, sind in naher Zukunft zusätzliche Anpassungen der Schutzausrüstung zu erwarten.






