Niedersachsen hebt verborgene Schätze: Neue Karten zeigen Geothermie-Potenzial auf
Franz-Peter SchachtNiedersachsen hebt verborgene Schätze: Neue Karten zeigen Geothermie-Potenzial auf
Eine neue Kartenserie soll dabei helfen, das tiefe geothermische Potenzial in Niedersachsen zu erschließen. Der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) hat die Karten veröffentlicht, die die vielversprechendsten Gebiete für die Förderung ausweisen. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Instrument den Umstieg der Region auf nachhaltige Wärmeversorgung unterstützt.
Die Karten basieren auf Daten aus über 1.100 Tiefbohrungen im gesamten Bundesland. Die meisten davon wurden ursprünglich für die Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffen niedergebracht. Durch die erneute Auswertung dieser Informationen hat der NGD wichtige unterirdische Formationen identifiziert, die sich für die geothermische Nutzung eignen.
Im Mittelpunkt stehen Gesteinsschichten, die über 200 Millionen Jahre alt sind und zur Exter-Formation aus der Keuper-Zeit gehören. Diese Schichten können bis in Tiefen von 2.600 Metern reichen, wo die Temperaturen oft über 100 Grad Celsius liegen. Solche Bedingungen machen sie ideal für die Gewinnung von Thermalwasser, das anschließend Fernwärmenetze oder große Industrieabnehmer versorgen kann.
Tiefengeothermische Systeme umfassen in der Regel Bohrungen, die tiefer als 400 Meter reichen, wobei die meisten deutschen Standorte zwischen 2.000 und 3.500 Meter liegen. Trotz des Potenzials der Region haben hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken die Entwicklung gebremst. Dennoch steigt die Nachfrage – insbesondere bei Kommunen, lokalen Versorgern und energieintensiven Unternehmen.
Die Karten sind nun online verfügbar und bieten Planern und Investoren eine praktische Ressource. Weitere Informationen zur Geothermie finden sich auf der Website des LBEG.
Die neue Serie soll die Standortauswahl für Geothermieprojekte in Niedersachsen vereinfachen. Indem sie geeignete Standorte hervorhebt, könnte sie die Nutzung tiefer Geothermie als zentralen Baustein der Energiewende in der Region beschleunigen. Die Daten ebnen den Weg für die Erschließung einer Ressource, die bisher weitgehend ungenutzt blieb.






