30 April 2026, 06:32

Ökonomen warnen vor Haushaltsrisiken: Schuldenbremse mit zu vielen Schlupflöchern

Eine Liniengrafik, die die öffentliche Verschuldung der Bundesregierung im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ökonomen warnen vor Haushaltsrisiken: Schuldenbremse mit zu vielen Schlupflöchern

Ökonomen haben Bedenken hinsichtlich der deutschen Haushaltspolitik geäußert und vor langfristigen Risiken gewarnt. Emilie Höslinger und Andreas Peichl vom ifo Institut verweisen auf Schlupflöcher in der Schuldenbremse und steigende Zinskosten. Ihre Warnungen zielen auf den wachsenden Druck für künftige Generationen ab und unterstreichen die Dringlichkeit von Reformen.

Die Schuldenbremse, die eigentlich die Staatsverschuldung begrenzen soll, enthalte mittlerweile zu viele Ausnahmen, so Emilie Höslinger. Sie argumentiert, dass diese Schlupflöcher den Druck zur Konsolidierung und zu Reformen verringert hätten. In der Folge würden verzögerte Änderungen und steigende Zinslasten vor allem jüngere Steuerzahler belasten.

Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen, teilt diese Sorgen. Er warnt, dass übermäßige Kreditaufnahme die Zinskosten in die Höhe treibe und die finanzielle Handlungsfähigkeit einschränke. Zudem betont er, dass Sondervermögen weiterhin anfällig für Missbrauch seien, da es keine klaren Schutzmechanismen gebe.

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Um Haushaltslücken zu schließen, schlägt Peichl höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie eine neue Zuckerabgabe vor. Allerdings bestehe er darauf, dass zusätzliche Einnahmen in Präventionsprogramme fließen sollten – und nicht einfach Budgetlücken stopfen. Zudem fordert er eine umfassende Überprüfung der Staatsausgaben und Subventionen, um die Haushaltsstabilität wiederherzustellen.

Beide Experten sind sich einig, dass der aktuelle Bundeshaushalt nicht tragfähig ist. Ohne strengere Kontrollen und klügere Politik werde sich die finanzielle Belastung ihrer Einschätzung nach weiter verschärfen.

Die Warnungen von Höslinger und Peichl verdeutlichen zwei zentrale Probleme: die Aushöhlung der Schuldenregeln und die Verlagerung der finanziellen Last auf jüngere Bürger. Ihre Vorschläge zielen auf Steueranpassungen und Ausgabenüberprüfungen ab, um eine weitere Verschlechterung der Haushaltslage zu verhindern. Die Regierung steht nun unter Druck, zu handeln, bevor sich die Situation weiter zuspitzt.

Quelle