Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft 2025 um Überleben – nur Domo-Rettung gibt Hoffnung
Christina SorgatzOstdeutsche Chemieindustrie kämpft 2025 um Überleben – nur Domo-Rettung gibt Hoffnung
Ostdeutschlands Chemieindustrie durchlebte 2025 ein weiteres schwieriges Jahr. Die Fabriken arbeiteten im Schnitt nur zu 72 Prozent ihrer Kapazität, während in der gesamten Branche weiter Stellen abgebaut wurden. Trotz dieser Krise bietet die mögliche Rettung des insolventen Chemieunternehmens Domo am Standort Leuna einen seltenen Hoffnungsschimmer für die gebeutelte Region.
Treiber des Niedergangs sind stark gestiegene Energie- und Rohstoffkosten, verschärfte Regularien sowie harter internationaler Wettbewerb. Geopolitische Spannungen, darunter der anhaltende Nahostkonflikt, verschärfen die Lage zusätzlich. Die traditionelle Chemieproduktion schrumpfte im vergangenen Jahr um etwa drei Prozent, doch der Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Branche erreichte mit 28,5 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,5 Prozent – allein dank des Wachstums im Pharmabereich.
Rund 63.000 Menschen sind in der regionalen Chemieindustrie noch beschäftigt, doch die Unternehmen bauen weiter Arbeitsplätze ab, da die Nachfrage schwächelt. Nur jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob sich die Branche stabilisieren kann oder weitere Einschnitte drohen.
Vor diesem Hintergrund sticht die mögliche Übernahme von Domo in Leuna als einer der wenigen Lichtblicke hervor. Sollte sie gelingen, könnte dies einen Wendepunkt für die Chemieproduzenten der Region markieren, die seit Beginn der Energiekrise mit Absatzproblemen kämpfen.
Die Zukunft der Branche bleibt ungewiss: Die meisten Unternehmen arbeiten weit unter Auslastung, und während der Pharmasektor Widerstandskraft zeigt, schrumpft die klassische Chemieproduktion weiter. Ob sich die ostdeutsche Chemieindustrie erholt oder weiter zurückfällt, hängt maßgeblich vom Ausgang der Domo-Rettung und der allgemeinen Marktentwicklung in den nächsten Monaten ab.






