Ostdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für Reformstau und schwache Konjunktur
Stefan TrubinOstdeutsches Wirtschaftsforum sucht Lösungen für Reformstau und schwache Konjunktur
Ostdeutsches Wirtschaftsforum startet in Bad Saarow
Vom 31. Mai bis 2. Juni findet in Bad Saarow das Ostdeutsche Wirtschaftsforum statt. Rund 350 Führungskräfte aus der Wirtschaft kommen täglich zusammen, um mit Spitzenpolitikern über wirtschaftliche Herausforderungen zu diskutieren. Unter den Teilnehmern sind Bundeskanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie drei Ministerpräsidenten.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) meldet einen deutlichen Rückgang der Geschäftserwartungen. Unternehmen machen die anhaltenden Reformstreitigkeiten innerhalb der Bundesregierung sowie die konjunkturelle Schwäche für die Misere verantwortlich. BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch bezeichnete die Stimmung in den Betrieben als „tief enttäuscht, ja sogar frustriert“ und warnte vor möglichen Reformblockaden in einem Wahljahr.
Für 2024 rechnet der BDI nicht mehr mit einem industriellen Wachstum. Steigende Energiekosten, hohe Steuern und übermäßige Bürokratie belasten die Aussichten zusätzlich. Die jüngsten Spannungen im Iran verschärfen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage weiter.
Auf dem Forum wird der BDI klarere politische Vorgaben und weniger regulatorische Hürden fordern. Lösch plädierte für mehr Flexibilität bei Innovation und Investitionen und kritisierte, dass überbordende Vorschriften den Fortschritt behinderten. Gleichzeitig verwies er auf Potenziale in Ostdeutschland – etwa für Rüstungsinvestitionen dank verfügbarer Flächen und gut ausgebauter Infrastruktur.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Gespräche mit Kanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche, beide von der CDU. Zudem nehmen die Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg teil. Das Forum soll trotz der aktuellen Wirtschaftsschwäche industrielle Chancen aufzeigen.
Die dreitägige Konferenz bringt politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger zusammen, um Lösungen für die drängendsten Probleme zu erarbeiten. Da in diesem Jahr kein Wachstum erwartet wird, liegt der Fokus auf der Entlastung von Regularien und der Gewinnung neuer Investitionen. Die Ergebnisse könnten die politischen Debatten der kommenden Monate prägen.






