Pflegereform 2024: Höhere Eigenanteile und halbierte Rentenansprüche drohen
Franz-Peter SchachtPflegereform 2024: Höhere Eigenanteile und halbierte Rentenansprüche drohen
Das deutsche Pflegeversicherungssystem steht unter massivem Druck – für die kommenden zwei Jahre wird ein Defizit von über 22 Milliarden Euro prognostiziert. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will bis Mitte Mai ein Sparpaket für die Pflegereform vorlegen, das jedoch Sorgen über steigende Kosten für Pflegebedürftige und Angehörige auslöst.
Eine der umstrittensten Pläne sieht vor, die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen zu halbieren. Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK, forderte Warken auf, diese Pläne zu überdenken, und warnte, dass sie das Armutsrisiko für Pflegebedürftige weiter verschärfen könnten.
Zu den Reformen gehört auch die Verschiebung von Erhöhungen bei den Zuschüssen für stationäre Pflege. Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass dadurch die Eigenanteile der Heimbewohner im Schnitt um 161 Euro pro Monat steigen würden. Über viereinhalb Jahre gerechnet, könnte das ihre Gesamtkosten um fast 20.000 Euro erhöhen.
Aktuell zahlen Heimbewohner bereits rund 3.200 Euro monatlich aus eigener Tasche. Weitere Verzögerungen bei der Anpassung der Zuschüsse würden die finanzielle Belastung für ohnehin schon benachteiligte Haushalte noch verschärfen.
Zwar zielen die geplanten Änderungen darauf ab, die finanzielle Schieflage des Systems zu beheben – doch sie drohen, die Kosten noch stärker auf die Einzelnen abzuwälzen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, müssten Heimbewohner mit deutlich höheren monatlichen Belastungen rechnen, was langfristig tausende Familien vor erhebliche finanzielle Probleme stellen würde.






