Philipp Amthor fordert CDU zu klarem Feminismus-Kurs – trotz eigener Widersprüche
Claire MühlePhilipp Amthor fordert CDU zu klarem Feminismus-Kurs – trotz eigener Widersprüche
CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, in der Feminismusdebatte eine klarere Position zu beziehen und das Thema nicht allein linken Gruppen zu überlassen. In einem aktuellen Interview mit dem Stern wies er auf anhaltende Ungleichheiten hin und kritisierte, dass Frauen häufiger wegen ihres Äußeren bewertet würden, während Männer vor allem nach ihren Argumenten beurteilt würden.
Gleichzeitig warnte Amthor vor Rückschritten bei der Gleichstellungspolitik, insbesondere angesichts des wachsenden Einflusses der rechtspopulistischen AfD.
Seine Forderung kommt nach Jahren kontroverser Haltungen in der Geschlechterpolitik. 2019 sprach er sich gegen die Abschaffung des strafrechtlichen Abtreibungsverbots aus und verteidigte das sogenannte "Werbeverbot" für Schwangerschaftsabbrüche. Im selben Jahr lehnte er einen Vorstoß für eine paritätische Besetzung von Parteikandidatenlisten ab und bezeichnete dies als verfassungswidrig.
In seinen jüngsten Äußerungen rückt Amthor jedoch systemische Ungerechtigkeiten in den Fokus. Er betonte, dass Männer sich aktiv für Gleichberechtigung einsetzen müssten, und warnte davor, dass politische Kräfte die erreichten Fortschritte zurückdrehen könnten. Trotz seines Engagements für Gleichstellung lehnt er geschlechtergerechte Sprache in Behörden weiterhin ab – eine Haltung, die im Widerspruch zu einigen seiner anderen Positionen steht.
Das Interview markiert einen Tonwechsel für Amthor, der sich nun als Verfechter feministischer Prinzipien innerhalb der CDU präsentiert. Seine Aussagen spiegeln die wachsende Sorge über den Einfluss der AfD auf die Gleichstellungspolitik wider. Doch seine frühere Ablehnung konkreter Reformen – etwa bei Abtreibungsregelungen oder inklusiver Sprache – zeigt, wie ambivalent seine Haltung bleibt.






