Radio CORAX in Halle kämpft um seine Zukunft gegen politische Angriffe
Claire MühleRadio CORAX in Halle kämpft um seine Zukunft gegen politische Angriffe
Radio CORAX in Halle: Freiwilligenradio kämpft um Zukunft
Das von Ehrenamtlichen getragene Radio CORAX in Halle steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem seine Finanzierung in Gefahr geraten ist. Die rechtspopulistische AfD fordert die Streichung der staatlichen Förderung und wirft dem Sender vor, linke Positionen zu verbreiten. Doch CORAX bleibt ein lebendiger Ort für Musik, Debatten und bürgerschaftlich geprägte Programme – gestaltet von fast 400 unbezahlt engagierten Macher:innen.
Mit einem Jahresbudget von rund 200.000 Euro, das größtenteils von der Landesmedienanstalt stammt, finanziert sich der Sender zusätzlich über lokale Zuschüsse und projektbezogene Mittel. Angesichts wachsendem politischem Druck sucht CORAX nun nach Alternativen, um sich über Wasser zu halten – darunter eine stärkere Abhängigkeit von Spenden.
Das Programm wird vollständig von seinen Mitgliedern gestaltet, die 175 verschiedene Sendungen produzieren: von Kinderformaten bis zu Diskussionsrunden von queeren Communities und Geflüchteten. Täglich gibt es abwechslungsreiche Musiksendungen und Magazine wie Tipkin oder Serendipity – kein Tag klingt wie der andere.
Mitmachen kann jeder, der eine Idee in der Redaktionssitzung vorstellt und einen Einführungskurs besucht. Neben dem Radioprogramm veranstaltet CORAX Filmabende, öffentliche Debatten und Schulungen für neue Produzent:innen in Räumen unter dem Studio. Zudem arbeitet der Sender mit Kulturinitiativen und AMARC zusammen, dem internationalen Netzwerk nichtkommerzieller Radiosender.
Trotz seines Erfolgs bleibt CORAX ein rein ehrenamtliches Projekt. Fast alle Beteiligten arbeiten unentgeltlich – angetrieben vom gemeinsamen Glauben an widerständige Vielfalt und freie Meinungsäußerung.
Die Zukunft des Senders hängt nun davon ab, alternative Finanzquellen zu erschließen und dabei seine unabhängige Stimme zu bewahren. Angesichts zunehmender politischer Gegenwehr hofft CORAX auf die Unterstützung seiner Hörer:innen und Förder:innen, um sein einzigartiges Programm weiter auf Sendung zu halten. Der Ausgang wird zeigen, ob dieses bürgerschaftliche Projekt weiterhin etablierte Mediennormen herausfordern kann.






