Reichstags-Sanierung: 3.800 Kilometer Kabel für mehr IT-Sicherheit und digitale Souveränität
Christina SorgatzReichstags-Sanierung: 3.800 Kilometer Kabel für mehr IT-Sicherheit und digitale Souveränität
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat Pläne für eine umfassende Sanierung des Reichstagsgebäudes vorgestellt. Ziel des Projekts ist es, die IT-Sicherheit zu stärken und die Abhängigkeit von externen Dienstleistern zu verringern. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung der veralteten Infrastruktur, um Cyberangriffe zu verhindern.
Im Rahmen der Sanierung werden 3.800 Kilometer Kupferkabel ersetzt – eine Länge, die ausreichen würde, um die Grenzen Deutschlands zu umspannen. Zudem werden 300 Kilometer Glasfaserkabel, 300 Datenverteilereinheiten und Hunderte von Servern auf den neuesten Stand gebracht. Der Umfang der Arbeiten spiegelt die komplexen digitalen Anforderungen des Gebäudes wider.
Das Vorhaben folgt einer "3-S-Strategie", die auf Sicherheit, Souveränität und Service ausgerichtet ist. Der Zugang zu digitalen Systemen soll künftig streng kontrolliert werden, um sensible Daten zu schützen. Gleichzeitig wird das neue System eine begrenzte Datenteilung mit Nachrichtendiensten ermöglichen, um potenzielle Bedrohungen durch Besucher besser einschätzen zu können.
Klöckner drängt auf eine zügige Verabschiedung der Digitalstrategie, damit die Bauarbeiten noch vor dem Sommer beginnen können. Zudem erwartet sie, dass die Fraktionen bis Jahresende das Bundestagspolizeigesetz finalisieren. Dieses Gesetz soll die neuen Sicherheitsmaßnahmen unterstützen, indem es regelt, wie Besucherdaten überwacht und verwaltet werden.
Die Bauarbeiten werden sich über mehrere Jahre erstrecken und erfordern eine intensive Koordination. Ziel ist es, die Infrastruktur des Reichstags zu modernisieren, ohne den laufenden Betrieb während der Umbaumaßnahmen zu beeinträchtigen.
Nach Abschluss der Sanierung wird der Bundestag eine größere Kontrolle über seine Daten und IT-Systeme haben. Strengere Zugangsregeln und modernisierte Technologie sollen Cyberbedrohungen verhindern. Das Projekt stellt eine langfristige Investition in die Sicherheit und Effizienz des parlamentarischen Betriebs in Deutschland dar.






