Rostock baut neu, Düsseldorf modernisiert: Wie zwei Städte ihre Theaterprojekte umkrempeln
Franz-Peter SchachtRostock baut neu, Düsseldorf modernisiert: Wie zwei Städte ihre Theaterprojekte umkrempeln
Große Theaterprojekte in Rostock und Düsseldorf stehen vor deutlichen Veränderungen. Pläne für neue Opernhäuser wurden aufgrund steigender Kosten und Denkmalschutzauflagen zurückgestuft oder ganz gestrichen.
In Rostock wollte die regierende CDU das Volkstheater ursprünglich abreißen, um Platz für Neubauten mit Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin erklärte das 1943 errichtete Gebäude zum Baudenkmal und verhinderte so seinen Abriss. Gleichzeitig entsteht bereits ein neues Theater nach Entwürfen des Berliner Büros Hascher Jehle – die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 208 Millionen Euro.
In Düsseldorf hingegen wurden die Pläne für ein neues Opernhaus fallen gelassen. Die Stadt hatte zwar ein Design des Architekturbüros Snøhetta in Betracht gezogen, doch die Kosten explodierten auf 1,8 Milliarden Euro, sodass die Verantwortlichen das Vorhaben stoppten. Das ursprünglich für den Neubau vorgesehene Grundstück am Wehrhahn ging für 137 Millionen Euro zurück an die Stadt. Stattdessen setzt Oberbürgermeister Stephan Keller nun auf die Modernisierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten, das 1956 erbaut wurde. Ein Vorschlag des Büros raumwerk sieht vor, das Gebäude mit einer zweiten Hülle zu ummanteln und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen. Die Kosten dafür könnten zwischen 400 und 500 Millionen Euro liegen. Zudem soll das Design durch landschaftsarchitektonische Maßnahmen eine visuelle Verbindung zwischen der Oper, der benachbarten Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen schaffen.
Während Rostock sein neues Theater baut und gleichzeitig das historische Volkstheater erhält, setzt Düsseldorf auf die Aufwertung des bestehenden Opernhauses statt auf einen teuren Neubau. Beide Städte passen ihre Pläne an, um Modernisierung mit finanziellen und denkmalschützerischen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen.






