11 April 2026, 04:28

Streit um Kürzungen bei "Demokratie leben!" spaltet Koalition und Opposition

Altes 19. Jahrhundert Karte von Deutschland, die ihre politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

Streit um Kürzungen bei "Demokratie leben!" spaltet Koalition und Opposition

Ein politischer Streit ist über Pläne zur Kürzung der Mittel für das deutsche Programm "Demokratie leben!" entbrannt. CDU-Ministerin Karin Prien kündigte eine Umstrukturierung an, die bis Ende des Jahres über 200 Demokratieprojekte auslaufen lässt. Der Schritt hat scharfe Kritik von Oppositionsabgeordneten und Koalitionspartnern gleichermaßen ausgelöst.

Die Initiative "Demokratie leben!" war 2014 ins Leben gerufen worden, nachdem die rechtsterroristischen NSU-Morde Versäumnisse in der Unterstützung der Zivilgesellschaft offenbart hatten. Sie fördert Organisationen, die sich gegen Extremismus engagieren und demokratische Werte stärken. Betroffen von den Kürzungen ist unter anderem HateAid, das Opfer von digitaler Hetze mit juristischer und psychologischer Hilfe unterstützt.

SPD-Co-Vorsitzende Saskia Esken stellte sich öffentlich gegen ihre Koalitionspartnerin und nannte den Mittelentzug abrupt und beschämend. Besonders problematisch sei, so Esken, die angebliche Freude eines CDU-Abgeordneten über die drohende Streichung der Mittel für HateAid. Ihr Parteikollege, der SPD-Abgeordnete Felix Döring, verteidigte zwar grundsätzlich das Engagement der Koalition für Demokratieförderung, hinterfragte jedoch die Begründung der Ministerin.

Aus der Opposition kam noch deutlicherer Widerspruch. Die Linke-Abgeordnete Clara Bünger warf der Union vor, mit ihrer Politik die Zivilgesellschaft zu schwächen und damit indirekt der rechtspopulistischen AfD in die Hände zu spielen. Unterdessen sammelte eine Petition auf der Plattform Campact innerhalb von nur zwei Tagen fast 45.000 Unterschriften gegen die Kürzungen. Die Linke brachte zudem einen parlamentarischen Antrag ein, um eine Debatte über die Mittelstreichungen zu erzwingen.

Prien räumte zwar Erfolge des Programms ein, bestehe aber auf die Notwendigkeit der Reform. Kritiker befürchten hingegen, dass die Änderungen jahrelange Arbeit zur Stärkung basisdemokratischer Initiativen zunichtemachen werden.

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Der Streit über die Finanzierung wird nun im Parlament ausgetragen, wo der Antrag der Linken die Regierungspläne herausfordern soll. Für HateAid und andere Projekte bleibt die Zukunft ungewiss, während die Frist für die Kürzungen näher rückt. Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Gräben darüber, wie zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland nachhaltig gefördert werden kann.

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