Stuttgart 21: Bahn verschiebt Eröffnung auf 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Stefan TrubinStuttgart 21: Bahn verschiebt Eröffnung auf 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Die Deutsche Bahn hat die Eröffnung des unterirdischen Bahnhofs Stuttgart 21 auf das Jahr 2031 verschoben. Die Kosten für das Projekt sind mittlerweile auf 14,5 Milliarden Euro angestiegen – weit über dem ursprünglichen Budget von 4,5 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla führte die Verzögerung auf Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zurück.
Mit den Bauarbeiten für Stuttgart 21 wurde 2010 begonnen. Ziel des Projekts ist es, den bestehenden Kopfbahnhof durch einen neuen unterirdischen Bahnhof zu ersetzen. Noch im selben Jahr löste die Polizei eine Demonstration gegen den Abriss des alten Bahnhofs gewaltsam auf, wobei über 100 Protestierende verletzt wurden.
Die Grünen, die das Vorhaben von Anfang an abgelehnt hatten, gewannen bei der Landtagswahl 2011 deutlich an Zustimmung und wurden zweitstärkste Kraft. Im Laufe der Zeit kritisierten Gegner des Projekts schwerwiegende Planungsmängel, darunter unzureichende Brandschutzvorkehrungen und technische Defizite.
Erst kürzlich gab die Deutsche Bahn bekannt, dass mehr als 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen falsch verlegt wurden und ausgetauscht werden müssen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir forderte seitdem klarere Fortschrittsberichte und verlässliche Angaben zum Fertigstellungstermin.
Das Projekt steht nun vor einer Eröffnung im Jahr 2031 und einem Kostenrahmen von 14,5 Milliarden Euro. Technische Pannen und Planungsfehler haben maßgeblich zu der Verzögerung beigetragen. Die Verantwortlichen arbeiten unter öffentlichem und politischem Druck weiterhin an der Bewältigung der Herausforderungen.
