Stuttgart 21: Fertigstellung verzögert sich bis Ende 2031 – und kostet Milliarden mehr
Franz-Peter SchachtStuttgart 21: Fertigstellung verzögert sich bis Ende 2031 – und kostet Milliarden mehr
Stuttgarter Schienennetz steht vor weiteren Verzögerungen – Stuttgart 21 soll erst Ende 2031 fertig werden
Medienberichten zufolge wird das Großprojekt Stuttgart 21 frühestens Ende 2031 in Betrieb gehen – zwölf Jahre später als ursprünglich geplant. Die für 2019 vorgesehene Fertigstellung des umfassenden Bahnknoten-Umbaus verzögert sich erneut, unter anderem wegen Problemen bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat nun von der Deutschen Bahn klare Antworten gefordert.
Das Vorhaben, das 2010 startete, sollte die Eisenbahninfrastruktur der Landeshauptstadt grundlegend modernisieren. Geplant waren ein neuer unterirdischer Hauptbahnhof, erneuerte Gleise, Tunnel und Brücken. Das ursprüngliche Budget lag bei rund 4,5 Milliarden Euro, doch die Kosten sind mittlerweile auf etwa 11,3 Milliarden Euro explodiert – eine Summe, die die Bahn nach einem Gerichtsurteil nun allein tragen muss.
Noch im Herbst 2026 sollte zumindest eine Teilinbetriebnahme des Tiefbahnhofs erfolgen. Doch dieser Termin wurde im November 2022 gestrichen, und ein neuer Startzeitpunkt steht weiterhin aus. Die jüngste Verzögerung hängt mit den Herausforderungen bei der vollständigen Digitalisierung des Knotens zusammen, der als erster in Deutschland mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) ausgestattet werden soll.
Özdemir verlangt von der Bahn nun verlässliche Daten und verbindliche Fertigstellungstermine. Weitere Verschiebungen wären „eine katastrophale Nachricht“ für Baden-Württemberg und die Fahrgäste, warnte der Ministerpräsident. Zudem erwartet er ein eindeutiges Bekenntnis des Konzerns, das Projekt voranzutreiben – inklusive der vollständigen Digitalisierung des Stuttgarter Knotens.
Das Schicksal von Stuttgart 21 bleibt ungewiss, die neuesten Prognosen verschieben die vollständige Inbetriebnahme auf Ende 2031. Die Deutsche Bahn steht unter Druck, endlich Klarheit über Zeitpläne und Kosten zu schaffen. Die Folgen werden den Bahnverkehr in Stuttgart und der gesamten Region direkt betreffen.






