Tim Raues brutale Jugend in der Berliner "36 Boys"-Bande und sein Weg aus der Gewalt
Stefan TrubinTim Raues brutale Jugend in der Berliner "36 Boys"-Bande und sein Weg aus der Gewalt
Ein neues Buch des Journalisten Paul Christoph Gäbler beleuchtet die gewalttätige Vergangenheit der berüchtigten Berliner „36 Boys“-Bande. Zu ihren ehemaligen Mitgliedern gehörte Tim Raue, der sich in den 1980er-Jahren als Teenager der Gruppe anschloss. Seine Erlebnisse zeigen die harte Realität des Straßenlebens in Kreuzberg zu jener Zeit.
Zwischen seinem 14. und 16. Lebensjahr wurde Raue Teil der „36 Boys“, einer Bande, die für brutale Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Gruppen bekannt war. Schlägereien waren an der Tagesordnung, oft war die Gruppe zahlenmäßig unterlegen – manchmal im Verhältnis zwei zu eins. Raue gibt offen zu, dass er manchmal fliehen wollte, sich aber zwang, standzuhalten.
Besonders grausam war das Aufnahmeritual der Bande: Neue Mitglieder mussten drei Minuten lang gegen zwei bestehende Mitglieder kämpfen. Raue hielt nicht die vollen drei Minuten durch, weigerte sich jedoch aufzugeben. Die Prügelei hinterließ eine Narbe in seinem Gesicht, die er bis heute mit Stolz trägt.
Mittlerweile lehnt Raue Gewalt vollständig ab. In Interviews sprach er offen darüber, dass er der Bande beitrat, um Anerkennung und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu finden. Diese Jahre prägten ihn, doch heute distanziert er sich klar von diesem Lebensstil.
Gäblers Buch wirft ein Licht auf ein turbulentes Kapitel der Berliner Geschichte. Raues Geschichte illustriert die brutalen Rituale der Bande und die langfristigen Folgen für ihre Mitglieder. Heute positioniert er sich entschlossen gegen die Gewalt, die er einst selbst erlebte.






