Wählerstimmung in NRW kippt: AfD holt auf, CDU und SPD verlieren dramatisch
Franz-Peter SchachtWählerstimmung in NRW kippt: AfD holt auf, CDU und SPD verlieren dramatisch
Stimmung der Wähler in Nordrhein-Westfalen hat sich in den letzten Monaten deutlich gewandelt
Wirtschaftliche Sorgen und Unzufriedenheit mit der Landesregierung prägen zunehmend die politischen Präferenzen – kurz vor möglichen Neuwahlen.
Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst verliert in Umfragen drei Prozentpunkte und kommt nun auf 32 Prozent. Auch die SPD unter Jochen Ott büßt Unterstützung ein und fällt nach einem Rückgang um drei Punkte auf 17 Prozent. Die Grünen hingegen legen zwei Punkte zu und liegen jetzt bei 15 Prozent.
Die rechtspopulistische AfD erreicht mit 17 Prozent erstmals den gleichen Wert wie die SPD und ist damit zweitstärkste Kraft im Land – ein historischer Höchststand für die Partei in Nordrhein-Westfalen. Die FDP überspringt mit einem Plus von einem Punkt erstmals seit April 2024 wieder die Fünf-Prozent-Hürde.
Die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist auf nur noch 42 Prozent gesunken, ein deutlicher Rückgang seit Februar. Lediglich 22 Prozent der Wahlberechtigten bewerten die wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut – neun Punkte weniger als im Vorjahr. Themen wie Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehr haben Migration als wichtigstes Wähleranliegen abgelöst.
Auch im Alltag machen sich die wirtschaftlichen Belastungen bemerkbar: Jeder vierte Bürger überdenkt wegen der steigenden Kosten seine Urlaubspläne für den Sommer. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust wächst – 16 Prozent der Erwerbstätigen fürchten nun um ihren Job, sechs Punkte mehr als noch im Vorjahr.
Die CDU bleibt zwar stärkste Kraft, sieht sich aber zunehmend Konkurrenz ausgesetzt. AfD und SPD liegen gleichauf auf Platz zwei, während Grünen und FDP an Zustimmung gewinnen. Wirtschaftliche Ängste und Unmut über die Regierungspolitik bestimmen weiterhin die Prioritäten der Wähler im Land.
