15 May 2026, 22:37

Wasserstoff-Pipeline für grünen Stahl: Niedersachsens ehrgeiziges 68-Kilometer-Projekt startet 2027

Detailreiche Weltkarten-Poster, das die vorgeschlagenen Öl- und Gas-Rohrleitungen zeigt, einschließlich Länder, großen Städten, Gewässern und erläuterndem Text.

Wasserstoff-Pipeline für grünen Stahl: Niedersachsens ehrgeiziges 68-Kilometer-Projekt startet 2027

Die Pläne für eine neue Wasserstoff-Pipeline in Niedersachsen nehmen Gestalt an. Die 68 Kilometer lange Trasse soll Wefensleben mit dem Stahlwerk von Salzgitter AG verbinden und damit den Umstieg des Unternehmens auf die Produktion von „grünem Stahl“ unterstützen. Mit dem Baubeginn wird 2027 gerechnet, die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 vorgesehen.

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Die Vorarbeiten für das Projekt hatte die Ontras Gastransport GmbH bereits 2020 aufgenommen. Die Pipeline mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern wird durch die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel verlaufen und am Standort von Salzgitter enden. Sie ist Teil eines größeren, rund 600 Kilometer langen Wasserstoffnetzes, das in Ost- und Mitteldeutschland entstehen soll – wobei 80 Prozent der Infrastruktur auf bestehenden Gasleitungen basieren.

Bevor jedoch die formelle Genehmigung beantragt werden kann, müssen zunächst Umwelt- und Naturschutzprüfungen durchgeführt werden. Von Ende Juni bis Anfang August wird Ontras in den ausgewiesenen Gebieten nach Feldhamstern suchen, einer geschützten Art. Die genaue Route steht noch nicht endgültig fest, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Bekanntmachung im Amtsblatt des Landkreises Wolfenbüttel hervorgeht.

Die Pipeline ist ein zentraler Baustein des SALCOS-Programms von Salzgitter AG, das den Ersatz von Kohle durch Wasserstoff in der Stahlproduktion zum Ziel hat. Ontras hat die benötigten Rohre bereits bei Mannesmann bestellt, einer Tochtergesellschaft von Salzgitter AG.

Das Projekt unterliegt noch den erforderlichen planungsrechtlichen Genehmigungen, während gleichzeitig ökologische Untersuchungen laufen. Bei termingerechter Fertigstellung wird die Pipeline das Salzgitter-Stahlwerk ab Dezember 2029 mit Wasserstoff versorgen. Die Infrastruktur wird damit direkt zur Reduzierung der CO₂-Emissionen in der industriellen Produktion beitragen.

Quelle