Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Reparaturcafé gegen Müll kämpft
Claire MühleWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Reparaturcafé gegen Müll kämpft
Ein kleines Reparaturcafé in Bremen gibt kaputten Geräten ein zweites Leben – dank Karem Hasan. Nach seiner Flucht aus Syrien im Jahr 2018 richtete er die Werkstatt hinter der Heilig-Geist-Kirche im Stadtteil Neue Vahr ein. Mit neuen EU-Gesetzen in Aussicht wird sein Kampf gegen Müll und für die Nachbarschaftshilfe bald noch einfacher.
Hasan kam 2018 aus Damaskus nach Bremen, auf der Flucht vor dem Krieg. Schon acht Monate später eröffnete er sein Reparaturcafé. Der kleine Raum hinter der Kirche hat jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr geöffnet, zusätzlich zu einigen Wochentagen nach seiner Vollzeitstelle.
Das Café lebt vom Gemeinschaftsgeist – Hasan repariert Geräte kostenlos. Kunden bringen entweder selbst Ersatzteile mit oder bekommen Hilfe bei der Beschaffung. Seine Frau, Reham Alsalti, und der Praktikant Andrii unterstützen ihn bei den oft gut besuchten Terminen. Das Team hält die Kosten niedrig und die Reparaturen am Laufen.
Hasan bekommt bald Rückenwind durchs Gesetz: Ab Juli erleichtern neue „Recht auf Reparatur“-Regeln den Zugang zu Ersatzteilen und Anleitungen. Die Änderung passt perfekt zu seinem langfristigen Ziel, Abfall zu reduzieren und die Gemeinschaft zu stärken. 2024 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und trat der SPD bei – ein weiterer Schritt, seine Zukunft mit der Stadt zu verknüpfen.
Das Reparaturcafé in der August-Bebel-Allee 276 bleibt ein Anlaufpunkt für Anwohner, die von Toastern bis zu Laptops alles instand setzen lassen möchten. Mit den kommenden Gesetzen wird Hasans Einsatz für Nachhaltigkeit weniger Hürden begegnen. Seine Geschichte – vom Geflüchteten zum Stützpfeiler der Gemeinschaft – zeigt, wie kleine Initiativen große Wirkung entfalten können.






