Wie eine kaputte Leitung das Schutzgebiet Maculinea fast zerstörte – und gerettet wurde
Stefan TrubinWie eine kaputte Leitung das Schutzgebiet Maculinea fast zerstörte – und gerettet wurde
Defekte Wasserleitung führt zu großem Renaturierungsprojekt im Schutzgebiet Maculinea bei Neustadt
Seit dem Sommer 2022 hatte eine Überflutung die lokalen Grasflächen und Wege im Schutzgebiet beeinträchtigt – doch nach zweijährigen Arbeiten ist das Gebiet nun wiederhergestellt. Das im September 2025 abgeschlossene Projekt wurde gemeinsam vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem Regierungspräsidium Gießen umgesetzt.
Die Probleme begannen 2022, als eine historische Wasserleitung brach und große Wassermengen in die umliegenden Grasflächen strömten. Die Folge: überschwemmte Felder und unpassierbare Wirtschaftswege. Das betroffene Gebiet gehört zum Natura-2000-Netzwerk und ist als FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) bekannt, insbesondere für seine seltenen Maculinea-Schmetterlinge.
Die Reparaturarbeiten starteten im Januar 2025: Zunächst wurde das Wasser oberirdisch umgeleitet. Anschließend renaturierte ein Landschaftsschutz-Team die Quelle und stellte den ursprünglichen Bachverlauf wieder her. Bis September war das Projekt abgeschlossen – die zuvor überfluteten Wiesen waren wieder trocken.
Durch die wiederhergestellte Wasserbalance entstanden neue Feuchtbiotope, die sich im Laufe des Sommers etablierten. Zwar wurden noch keine konkreten Bestandszunahmen bei geschützten Amphibien wie dem Feuersalamander oder dem Kammmolch verzeichnet, doch die Maßnahmen verbesserten die Lebensbedingungen für Natura-2000-Arten, indem ausgetrocknete Tümpel wieder an das Gewässernetz angebunden wurden. Zudem ist das Gebiet nun wieder für die Heumahd nutzbar – ein Gewinn für Landwirtschaft und heimische Tierwelt.
Finanziert wurde das Vorhaben vom Land Hessen im Rahmen des Klimaplans 2030.
Die Renaturierung macht das Land nicht nur wieder landwirtschaftlich nutzbar, sondern stärkt auch die Lebensräume klimasensibler Arten in der Region. Landwirte erwarten, im nächsten Sommer wieder mit der Heuernte beginnen zu können, während Naturschützer die langfristigen ökologischen Auswirkungen weiter beobachten.






