ZDF-logo! löst mit einseitiger Christentum-Darstellung Empörung aus
Eine aktuelle Folge des ZDF-KinderNachrichtenformats logo! hat eine Kontroverse über die Darstellung des Christentums ausgelöst. Der Beitrag, der vergangenen Donnerstag ausgestrahlt wurde, konzentrierte sich ausschließlich auf negative Aspekte des Glaubens und ließ zentrale Lehren außer Acht. Der ehemalige ZDF-Journalist Thorsten Alsleben hat nun offiziell Beschwerde eingelegt und argumentiert, die Sendung habe gegen die eigenen Richtlinien des Senders zur Achtung religiöser Überzeugungen verstoßen.
Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche öffentlich-rechtliche Sender wegen einseitiger Berichterstattung über das Christentum in der Kritik stehen. Im vergangenen Sommer musste die Tagesschau ein Social-Media-Video löschen, das gläubige Fußballspieler in ein negatives Licht rückte.
Die umstrittene logo!-Folge enthielt einen Beitrag über das Christentum, der nur Kontroversen und Versäumnisse thematisierte. Der Bericht endete mit Bildern von drei Geistlichen, die jeweils mit den Schlagworten "nicht modern", "Verbrechen" und "Versagen" versehen waren. Erwähnung fanden dagegen keine grundlegenden christlichen Lehren wie Gnade, Erlösung oder die Vergebung durch Jesus Christus.
Dasselbe Format hatte zuvor einen positiven Beitrag über den Ramadan gesendet. Das ZDF räumte später ein, dass die Gegenüberstellung der beiden Beiträge den Eindruck einer bewussten Kontrastierung erweckt haben könnte. Ein Sprecher bezeichnete die Kombination als "unglücklich" – also unglückselig – und betonte, sie sei unbeabsichtigt gewesen.
Thorsten Alsleben, ehemaliger ZDF-Hauptstadtkorrespondent, kritisierte die Folge als einseitig und polemisch. In seiner Beschwerde führte er aus, der Beitrag verletze die Programmgrundsätze des ZDF, die Respekt vor religiöser Vielfalt vorschreiben. Alsleben zeigte sich zudem unzufrieden mit der Reaktion des Senders und forderte eine öffentliche Entschuldigung sowie eine Richtigstellung.
Die logo!-Redaktion nahm die Kritik zur Kenntnis und kündigte eine interne Prüfung an. Konkrete Änderungen für die künftige Berichterstattung über religiöse Themen in Kindersendungen wurden jedoch nicht genannt.
Die Debatte reiht sich in eine Serie von Vorwürfen gegen öffentlich-rechtliche Sender wegen ihrer Behandlung religiöser Inhalte ein. Zwar hat das ZDF das Problem erkannt, doch bisher fehlen konkrete Maßnahmen zur Lösung. Wie das Ergebnis der internen Prüfung ausfallen und ob sich die Berichterstattung in Kinderformaten ändern wird, bleibt vorerst offen.






