Bundeswehr-Container für 291.000 Euro pro Stück: Abgeordnete stoppen skandalösen Deal
Stefan TrubinBundeswehr-Container für 291.000 Euro pro Stück: Abgeordnete stoppen skandalösen Deal
Deutsche Abgeordnete haben ein Rüstungsbeschaffungsvorhaben vorerst gestoppt, nachdem die Kosten stark angestiegen sind. Bei dem Projekt geht es um den Kauf von 902 Dieselkraftstoff-Tankcontainern für die Bundeswehr. Kritiker bezeichnen den Preisanstieg als überzogen.
Das Verteidigungsministerium hatte ursprünglich geplant, die Container im Rahmen eines Rahmenvertrags mit einem Volumen von bis zu 902 Millionen Euro zu beschaffen. Dieser Vertrag könnte sich letztlich auf bis zu 4.200 Einheiten erstrecken. Doch laut der jüngsten Vertragsanpassung belaufen sich die Kosten für nur 902 Container auf 262,67 Millionen Euro – das entspricht fast 291.000 Euro pro Stück.
Noch 2021 hatte die Bundeswehr 153 ähnliche Container für 21,8 Millionen Euro erworben, was einem Durchschnittspreis von etwa 142.000 Euro pro Einheit entsprach. Der neue Stückpreis bedeutet eine erhebliche Steigerung. Ein Mitglied des Haushaltsausschusses nannte den Anstieg "skandalös", gab jedoch keine weiteren Details bekannt.
Die Container sind für die Litauen-Brigade und die allgemeine Truppenlogistik bestimmt, die Lieferungen sollen bis 2029 erfolgen. Der Haushaltsexperte der CDU, Andreas Mattfeldt, warnte, dass das Projekt ohne Gegenmaßnahmen in den kommenden Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnte. Das Verteidigungsministerium weigerte sich unterdessen, Stellung zu den Beschaffungsdetails zu nehmen.
Die Entscheidung des Haushaltsausschusses setzt die Beschaffung vorerst aus. Die Abgeordneten prüfen nun den Vertrag, um die Kostenprobleme zu klären. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Container unter den aktuellen Bedingungen beschafft werden oder neu verhandelt werden müssen.






