Deutschland setzt auf Windräder – selbst wo der Wind kaum weht
Deutschland treibt den Ausbau der Windenergie voran – selbst in den windschwächsten Regionen. Umweltminister Carsten Schneider hat neue Ausschreibungen angekündigt, um bis 2030 rund 2.000 Windräder zu errichten. Damit soll das langjährige Ungleichgewicht zwischen dem windreichen Norden und dem weniger windbegünstigten Süden ausgeglichen werden.
Die Strategie ist Teil des ehrgeizigen Plans, bis 2050 eine klimaneutrale Stromerzeugung zu erreichen, mit einem Zwischenziel von 80 Prozent erneuerbarer Energie bis 2030. Doch der Ausbau hat seinen Preis – besonders in Gebieten mit geringen Windgeschwindigkeiten.
Subventionen sind entscheidend, um Windprojekte wirtschaftlich tragfähig zu machen. Sie verringern das Investitionsrisiko und erleichtern die Finanzierung neuer Anlagen. Allerdings führt das aktuelle System zu einem Stau bei den Genehmigungen, da immer mehr Projekte um begrenzte Fördermittel konkurrieren.
In Bayern liegt der durchschnittliche "Gütefaktor" – ein Maß für die Windkraft-Effizienz – bei nur 55 Prozent. Dennoch stehen 76 Prozent der Windräder in windschwachen Gebieten und erhalten trotzdem erhebliche Subventionen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht einen "Korrekturfaktor" vor, der die Vergütung in diesen Regionen erhöht – und damit die Kosten für die Steuerzahler in die Höhe treibt.
Die neuen Ausschreibungen sollen bis 2030 eine zusätzliche Windkapazität von 12 Gigawatt bringen. Doch der Fokus auf Süddeutschland, wo der Wind schwächer weht, bedeutet höhere Ausgaben. Die Regierung hofft, regionale Unterschiede auszugleichen, doch Branchenverbände warnen, dass stark steigende Strompreise die Wettbewerbsfähigkeit – besonders von energieintensiven Unternehmen – gefährden könnten.
Der Ausbau der Windkraft in windschwachen Regionen wird zwar die Kapazitäten für erneuerbare Energien erhöhen, aber zu höheren Kosten. Durch die EEG-Förderanpassungen müssen die Steuerzahler mehr bezahlen. Gleichzeitig läuft das Wettrennen um Genehmigungen weiter, während Deutschland seine ehrgeizigen Klimaziele verfolgt.






