20 April 2026, 08:31

Drohnenabwehr aus Brandenburg: Hightech-Partnerschaft polarisiert die Region

Zwei Männer in blauen Uniformen und Helmen arbeiten an einem großen Drohnenmodell und halten verschiedene Gegenstände in den Händen, während eine Plastikabdeckung vor ihnen auf dem Boden liegt.

Drohnenabwehr aus Brandenburg: Hightech-Partnerschaft polarisiert die Region

Neues Joint Venture bringt Drohnenabwehrsysteme nach Brandenburg an der Havel

Die Heidelberger Druckmaschinen AG wird über ihre Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies (HDAT) mit dem amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems (OAS) zusammenarbeiten, um autonome Drohnenabwehrtechnologie für zivile und militärische Zwecke zu entwickeln und herzustellen.

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Das Projekt stößt vor Ort auf geteilte Reaktionen: Während Stadtvertreter und Wirtschaftsführer die Initiative befürworten, äußern Kritiker Bedenken wegen des militärischen Schwerpunkts.

Im Rahmen der Partnerschaft werden HDAT und OAS die Drohnenabwehrsysteme in einem bestehenden Werk in Brandenburg fertigen. Der Standort, der seit 1991 von der Heidelberger Druckmaschinen AG betrieben wird, beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Bereichen Industriemechanik und Mechatronik an. Das neue Vorhaben zielt darauf ab, deutsche Präzisionstechnik mit der Drohnentechnologie von OAS zu verbinden.

Zunächst sollen die Systeme in Deutschland und der Ukraine vermarktet werden, bevor eine Expansion in andere EU-Länder folgt. Eric Brock, CEO von OAS, betonte die wachsende Notwendigkeit, kritische Infrastrukturen und zivile Gebiete in Europa vor Drohnenangriffen zu schützen. Michael Wellenzohn, Geschäftsführer von HDAT, bezeichnete die Zusammenarbeit als "Verschmelzung fortschrittlicher Drohnenfähigkeiten mit deutscher Industriekompetenz".

Brandenburgs Oberbürgermeister Daniel Keip begrüßte das Projekt als "Stärkung des industriellen Rufs der Stadt". Heidi Hauffe, Vorsitzende des örtlichen BSW-Verbands, kritisierte jedoch die Ausrichtung auf militärische Produktion und warnte vor möglichen Risiken für die Gemeinschaft durch diesen Kurswechsel.

Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG, stellte den Schritt als strategische Maßnahme zur Erweiterung des dualen Geschäftsmodells des Unternehmens dar.

Das Joint Venture wird zunächst die Märkte in Deutschland und der Ukraine mit seinen Drohnenabwehrsystemen bedienen. Die Produktion erfolgt im Brandenburg-Werk, wo bereits 400 Beschäftigte tätig sind. Während Befürworter die wirtschaftlichen und technologischen Vorteile hervorheben, hinterfragen Kritiker die Folgen einer verstärkten militärisch ausgerichteten Fertigung in der Region.

Quelle