Georg Restle attackiert ARD: "Normalisierung der AfD ist ein großer Fehler"
Christina SorgatzGeorg Restle attackiert ARD: "Normalisierung der AfD ist ein großer Fehler"
ARD-Moderator Georg Restle kritisiert scharf den Umgang seines Arbeitgebers mit der rechtsextremen AfD
In jüngsten Stellungnahmen warf der Journalist dem Sender vor, einen "großen Fehler" begangen zu haben, indem die Sendezeit seines Investigativmagazins Monitor gekürzt wurde. Seine Kritik richtete sich zudem gegen die Verbindungen der AfD zu extremistischen Kreisen sowie die allgemeine Rolle der Medien in der politischen Berichterstattung.
Restle sieht in der Entscheidung der ARD, Monitor weniger Sendeplatz einzuräumen, einen Teil einer grundlegenden redaktionellen Neuausrichtung. Er warnte, diese Veränderung könne schwerwiegende gesellschaftspolitische Folgen haben – insbesondere bei der Darstellung der AfD. Seiner Ansicht nach hätten innerhalb des Senders jene an Einfluss gewonnen, die eine "Normalisierung" der Berichterstattung über die Partei vorantreiben.
Der Moderator machte deutlich, dass er die AfD nicht wie andere politische Gruppen behandeln werde. So lehnte er es ab, Björn Höcke, einer der bekanntesten Figuren der Partei, in Wahlkampfdebatten gleichberechtigte Plattformen einzuräumen. Zudem wies Restle die Behauptung zurück, es gebe bedeutende ideologische Unterschiede zwischen den von Höcke und der Co-Vorsitzenden Alice Weidel geführten Flügeln der AfD.
Restle ging noch weiter und verband die AfD mit "gewaltbereitem Rechtsextremismus auf der Straße". Die Partei beziehe ihre Stärke aus solchen Bewegungen, statt als klassische politische Kraft zu agieren, so seine These. Seine Kritik galt auch Kollegen, die zögerten, die AfD konsequent zu hinterfragen. Er beschrieb den "gegenwind", dem Journalisten ausgesetzt seien, wenn sie dies täten.
Über die AfD hinaus nahm Restle aktuelle Medientrends ins Visier, die globale Krisen ohne Einordnung verstärken. Eine bloße Wiedergabe von Unruhen – ohne Erklärung – schüre lediglich öffentliche Ängste, statt die Zuschauer zu informieren, argumentierte er.
Restles Äußerungen verdeutlichen die tiefen Gräben in der Frage, wie über die AfD berichtet werden soll. Seine ablehnende Haltung gegenüber einer Normalisierung der Partei in den Medien steht im Kontrast zu den jüngsten redaktionellen Entscheidungen der ARD. Die Debatte dreht sich nun darum, ob eine geringere kritische Auseinandersetzung mit der AfD den politischen Diskurs in Deutschland nachhaltig verändern könnte.






