Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Christina SorgatzPsychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind diese Woche in Berlin auf die Straße gegangen, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Die Organisatoren der Aktionsallianz Psychotherapie forderten eine sofortige Rücknahme der Entscheidung.
Die Kürzungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sowie unabhängige Mitglieder angehören. Die KBV lehnte die Entscheidung ab und kündigte an, rechtlich dagegen vorzugehen.
Bei der Kundgebung hielten die Demonstranten Schilder mit Sprüchen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Zu den Rednern zählten neben Psychotherapeuten auch Politikerinnen wie Ricarda Lang von den Grünen und Heidi Reichinnek von der Linken.
Das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) hat noch bis Mitte Mai Zeit, die Kürzungen zu prüfen und gegebenenfalls zu stoppen. Bis dahin bleibt die Honorarsenkung für den kommenden Monat geplant.
Der Protest zeigt die wachsende Ablehnung der geplanten Vergütungskürzungen. Sollten sie umgesetzt werden, würde die 4,5-prozentige Reduzierung ab dem 1. April direkt die Einnahmen der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mindern. Die anstehende Klage der KBV und die Entscheidung des Ministeriums werden darüber entscheiden, ob die Änderungen wie vorgesehen in Kraft treten.






