Rosenmontag 2024: Zwischen Satire, Nostalgie und unberechenbarem Wetter
Feierwütige, zieht warm an! An Rosenmontag regnet es nicht nur Süßes - Rosenmontag 2024: Zwischen Satire, Nostalgie und unberechenbarem Wetter
Deutschlands Karnevalssaison ist in vollem Gange, und die großen Städte bereiten sich auf ihre prächtigsten Umzüge vor. Düsseldorf, Köln und Mainz werden am Rosenmontag die größten Feiern veranstalten – mit Hunderttausenden Zuschauern. Doch in diesem Jahr steht das bunte Treiben vor ungewöhnlichen Herausforderungen: juristische Auseinandersetzungen, ein Hauch von Nostalgie und unberechenbares Wetter.
Im Mittelpunkt des Rosenmontags stehen nach wie vor die Umzüge mit ihren aufwendig gestalteten Wagen und Kostümen. In Köln werden über 12.000 Teilnehmer aus 480 Vereinen mitwirken, während der Mainzer Zug fast neun Kilometer lang ist und mehr als eine halbe Million Schaulustige anlockt. In Düsseldorf wird zudem Jacques Tilly, Deutschlands provokativster Karnevalskünstler, mit seinen scharfzüngigen politischen Satiren für Aufsehen sorgen.
Tillys Kreationen sorgen seit Jahren für Kontroversen – und dieses Mal ist es nicht anders. Russlands Präsident Wladimir Putin soll rechtliche Schritte gegen ihn wegen früherer Motive eingeleitet haben. Trotz der Kritik bleibt Tilly ein fester Bestandteil des Düsseldorfer Umzugs, und einige seiner früheren Entwürfe sind weiterhin online zu sehen.
Für eine Autorin ist der Karneval mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Aufgewachsen im Münsterland, einer Region mit vielen kleinen Karnevalshochburgen, feierte sie die Tradition einst mit Begeisterung. Mit der Zeit verblasste die Leidenschaft, doch ein Rest Nostalgie blieb. Ein kürzlich verfasster "Liebesbrief an den Karneval" einer Kollegin könnte selbst die überzeugen, die seinen Reiz nie verstanden haben. In diesem Jahr wird die Autorin die Feiern jedoch komplett verpassen – ein Dienstreise steht an.
Das Wetter sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Für den Rosenmontag werden Schnee und Regen erwartet, die zwar die Straßenfeste trüben könnten, die Umzüge aber kaum stoppen dürften.
Die Züge finden statt – bei Wind und Wetter. Köln, Mainz und Düsseldorf geben den Ton an, während Tillys Wagen trotz juristischer Querelen durch Düsseldorf rollen. Die Besucher werden sich warm einpacken müssen, doch wer nicht dabei sein kann, wird sich bis zum nächsten Jahr an die Erinnerungen – und die Satiren – klammern.
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