Warum Mord in Deutschland nie verjährt – und Totschlag schon nach 20 Jahren

Claire Mühle
Claire Mühle
2 Min.
Ein altes Buch mit dem Titel "Z.D. Nürnberg, Deutschland, 1791" und einem Stempel, der die erste Auflage angibt, mit handgeschriebenem Text auf seinen Seiten.Claire Mühle

Mord verjährt sich nicht - das war nicht immer so - Warum Mord in Deutschland nie verjährt – und Totschlag schon nach 20 Jahren

Ein aktueller Gerichtsfall in Rheinland-Pfalz hat die rechtlichen Unterschiede zwischen Totschlag und Mord in Deutschland deutlich gemacht. Während ein Mann, der im Fall Lolita Brieger zunächst wegen Totschlags verurteilt worden war, später aufgrund der Verjährungsfrist freigesprochen wurde, bleiben Mordanklagen noch Jahrzehnte nach einer Tat möglich. Diese Unterscheidung hält alte Fälle – darunter auch solche aus der NS-Zeit – für eine Strafverfolgung offen.

Das deutsche Recht behandelt Mord und Totschlag grundlegend unterschiedlich. Mord verjährt nicht, das bedeutet, Verdächtige können jederzeit belangt werden. Totschlag hingegen ist in der Regel nach 20 Jahren verjährt.

Eine Verurteilung wegen Mordes führt in Deutschland zwingend zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, mit einer Mindesthaftdauer von 15 Jahren. Das Gesetz definiert Mord als vorsätzliche Tötung mit bestimmten Motiven oder Umständen, etwa Heimtücke oder Grausamkeit.

1979 reformierte die Regierung das Strafgesetzbuch, um sicherzustellen, dass NS-Verbrechen weiterhin verfolgt werden können. Die Änderungen engten zwar die Definition von Mord ein, ließen sie aber bewusst weit genug gefasst, um historische Gräueltaten zu erfassen. Dies ermöglichte Prozesse wie den gegen Oskar Gröning im Jahr 2015, bei dem die Staatsanwaltschaft mit Qualifizierungen wie "besonders schwer" Verurteilungen durchsetzte.

Die Unterscheidung wirkt sich auch auf aktuelle Fälle aus. So könnte der Verdächtige im Fall Amy Lopez noch Jahrzehnte später vor Gericht stehen – allerdings nur, wenn ihm Mord und nicht Totschlag vorgeworfen wird.

Der Fall Lolita Brieger zeigt, wie Verjährungsfristen die Ahndung von Totschlag verhindern können, während Mordanklagen unbegrenzt möglich bleiben. Die Rechtsreformen von 1979 prägen bis heute die Strafverfolgung und sorgen dafür, dass einige der schlimmsten Verbrechen der Geschichte – und auch jüngere Taten – noch vor Gericht gebracht werden können.

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